Veranstaltungen in München

Veranstaltungen in München in einem Kalender: Oper, Ballett, Theater, Konzert, Club, Kino und Literatur aus 19 Häusern — mit Datum, Spielstätte und Ticketverfügbarkeit, täglich aktualisiert.

Hier ausgehen bündelt die Programme der unten genannten Häuser. Die Quellen werden täglich abgerufen; bei Ausfällen kann der letzte verfügbare Stand angezeigt werden. Verbindliche Angaben zu Beginn, Änderungen und Tickets findest du auf der verlinkten Originalseite. Alle Uhrzeiten gelten vor Ort in München.

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Kommende Termine

Die nächsten bis zu 60 Termine aus unserem Datenstand. Weitere Termine findest du im Kalender.

  1. Imaginarium

    Galerie · München · Literatur

    Abendöffnung der Ausstellung

    Tauchen Sie ein in die geheimnisvolle Welt des IMAGINARIUMS! Aus Buchseiten werden magische Kulissen, aus Worten kunstvolle Figuren und Fantasie lässt sich plötzlich anfassen: Das legendäre Theater der Brüder Forman bringt erstmals das tschechische Wander- und Puppentheater nach München und lädt Klein und Groß in einer Ausstellung im Literaturhaus zum Entdecken, Ausprobieren und Staunen ein. Eine Stadt im Zeichen der Kultur: Am Samstag, 17. Oktober, öffnen über 100 Museen, Galerien und besondere Orte bis 1 Uhr morgens ihre Türen und machen die 27. Lange Nacht der Münchner Museen zu einem stimmungsvollen Highlight im Kulturjahr. Die Besucher*innen erwartet eine außergewöhnliche Nacht voller Kunst, Geschichte, Wissenschaft und interaktiver Erlebnisse.

    Ticketlage bitte bei der Quelle prüfen

  2. Until We Talk

    Werkstattkino · München · Kino

    Schweiz/Deutschland/Frankreich 2025. Regie: FLORIAN MEBES. HD Digital. 84 Min. Originalfassung (englisch, hebräisch, arabisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. Der Israeli Rami Elhana und der Palästinenser Bassam Aramin haben während der Nahostkonflikts jeweils ein Kind verloren; Elhana durch ein palästinensisches Selbstmordattentat, Aramin durch den Schuss eines israelischen Grenzsoldaten. Dennoch entsteht zwischen den Männern eine tiefe Freundschaft. Als Aktivisten der Nichtregierungsorganisation „The Parents Circle“ werben sie für Verständigung. Auch als die Söhne der beiden Männer radikale Ansichten entwickeln, halten sie an ihrer Friedensbotschaft fest. Der Dokumentarfilm begleitet Elahan und Aramin über einen Zeitraum von zehn Jahre. Die Langzeitbeobachtung verdeutlicht das Leid im israelisch- palästinensischen Konflikt anhand der Schilderungen unmittelbar Betroffener. Im Zentrum stehen die Persönlichkeiten und die verwobenen Schicksale der Protagonisten, die ihre geteilte Verlusterfahrung in etwas Positives wenden. Interviews, Fotografien und Mitschnitte liefern Einblicke in ihre israelisch- palästinensische Versöhnungsarbeit. Die Stimmung ist dem Sujet gemäß oft niederdrückend, was sich auch in wehmütigen Zeitlupen ausdrückt; dennoch steht die Zuversicht über allem, dass der Dialog Früchte trägt. (Filmdienst)

    Nur Abendkasse

  3. Meller / Cosima Kiby

    Milla · München · Konzert

    KONZERT Mit ihrer neuen EP „klein sein“ öffnet MELLER ein Kapitel, das sich eher nach Durchatmen als nach Perfektion anfühlt. Eine Sammlung an Songs, die softer beginnen als ihre früheren Werke, aber mit größerer Wucht nachhallen. 2026 bringt MELLER diesen Sound erstmals auf erste eigene Tour und macht in fünf Städten Halt: MELLER – klein sein tour 202608.10. – Köln, Die Garagen09.10. – Hamburg, Turmzimmer10.10. – Berlin, Kulturhaus Insel17.10. – München, Milla18.10. – Mannheim, Alte Feuerwache Im Zentrum steht die Titelsingle „klein sein“ – ein Song über das Bedürfnis, wieder unbeschwerter zu werden und den Druck rauszunehmen. Fragile Klaviermomente treffen auf harte, pulsierende Beats; intime Stille kippt in energetisches Stampfen. Um einen Raum zu schaffen, in dem man klein sein darf – und sich trotzdem groß fühlen kann. Mit der klein sein tour 2026 zeigt MELLER, dass Erwachsenwerden nicht bedeutet, alles wegzudrücken – sondern mit der eigenen Schwere umgehen zu lernen und darin Leichtigkeit zu finden. *präsentiert von Rausgegangen und Juicy Underground Support: Cosima Kiby ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~17.10.2026Einlass 19:00 // Beginn 20:00VVK: 24 € zzgl. Geb. // AK: 29 € // ermäßigte AK: 24 € Ermäßigung gilt für: Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte (die eingetragene Begleitperson hat freien Eintritt), Rentner:innen, Helfer:innen des Freiwilligen Sozialen Jahres sowie Teilnehmer:innen des Freiwilligen Ökologischen Jahres. ACHTUNG: Wir sind leider nicht barriefrei für Rollstuhlfahrer*innen!

    Tickets verfügbar

  4. Common Ground

    Nationaltheater · München · Ballett

    Alexander Ekman, Johan Inger, Jiří Kylián

    Zum Wesen künstlerischer Arbeit gehört die Verständigung über die gemeinsamen Voraussetzungen. Von dort aus kann vorangeschritten, Neues geschaffen werden. Die drei Choreographen, deren Werke den Abend Common Ground bilden, teilen eine enge Verbundenheit mit dem Nederlands Dans Theater (NDT) in Den Haag. Neben einer gemeinsamen künstlerischen Überzeugung, in der auch der Humor seinen Platz hat, sind ihre Choreographien durch subtile inhaltliche Verbindungen verwoben – und wurden allesamt durch das NDT uraufgeführt. In Alexander Ekmans Choreographie Cacti (2010) geraten die Mechanismen des Kulturbetriebes auf den Prüfstand. Mit viel Humor und dem Einsatz einer Sprechstimme wird die Frage aufgeworfen, ob gerade im Bereich der Kunstkritik vielleicht manchmal der Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sichtbar ist. In Cacti macht Ekman zudem die Mitglieder eines Streichquartetts neben den Tänzer:innen zu gleichberechtigten Akteur:innen auf der Bühne. Johann Inger ließ sich für IMPASSE (2020) von der Idee leiten, wie wir ganz konkret räumlich, aber auch im übertragenen Sinne als Gesellschaft in eine Situation der Ausweglosigkeit geraten können. Wie sehr wir uns in einer solchen Situation selbst treu bleiben sollten, wie sehr wir durch andere Lebensentwürfe verführt werden können – das verhandelt Inger in poetischen, bisweilen auch skurrilen Bildern. Jiří Kyliáns Stück Bella Figura (1995) schickt neun Tänzer:innen auf eine „Reise durch Zeit, Raum und Licht“, wie es der Choreograph ausdrückte. Durch die tänzerische Aktion von neun Tänzer:innen auf Musik aus der Barockzeit werden Begriffe wie Schönheit und Verletzlichkeit umkreist. Zudem wird die Frage aufgeworfen, ob es eine klar umrissene Aufführung überhaupt geben kann, oder ob wir eigentlich unser ganzes Leben lang „performen“. Ein zunächst unverdächtig erscheinender Gegenstand wie ein Kaktus kann eine immense Bedeutung annehmen, wenn er nur wortreich genug beschrieben wird. Alexander Ekman führt dies auf der Bühne mit 27 Kakteen, lateinisch Cacti, vor und hinterfragt auch mit anderen skurrilen Mitteln die Konventionen des Kunstbetriebs und vor allem des Redens und Schreibens über künstlerische Erzeugnisse. Zu lachen gibt es in diesem Stück einiges, nicht nur wegen der theatralen Situationen in Bewegung, sondern auch wegen des Aufeinandertreffens von Text, Musik und Bewegung. Impasse bedeutet auf Französisch so viel wie Sackgasse. In einer räumlich entsprechenden Bühnensituation erkundet Johan Inger, wie Menschen auf das Hereinbrechen neuer Tatsachen reagieren, wie sie auf Menschen eingehen, die bisher ganz anders durchs Leben gegangen sind als sie selbst. Zu energiegeladener und vielschichtiger Musik aus der Feder Ibrahim Maaloufs und Amos Ben-Tals reiht Inger Episoden aneinander, die trotz der grundsätzlichen Ausweglosigkeit von Witz und vor allem auch von Hoffnung geprägt sind. Bella Figura ist laut Jiří Kylián eine „Parabel über die Relativität von Sinnlichkeit, Schönheit und Ästhetik im Allgemeinen und über die Frage, wie wir diesem Phänomen in unserem Alltag begegnen. Es ist eine Reise durch Zeit und Raum, die unsere Würde, aber auch unsere Zweifel beleuchtet. Schönheit in einer Grimasse zu finden – in einer Verschlingung des Geistes – oder in einer körperlichen Verrenkung. Es ist, als würde man versuchen, einen Balanceakt auf der Nabelschnur zu vollführen.“

    ausverkauft

  5. Der blinde Passagier

    Bühne 1 · München · Theater

    von Maria Lazar / Regie: Adrian Figueroa

    1938. Ein dänisches Paketboot liegt vor der deutschen Küste bereit zur Abreise in die Heimat. An Bord befinden sich Kapitän Petersen, seine Kinder Carl und Nina sowie Steuermann Jörgen, Ninas Verlobter. Am frühen Morgen hat Carl einen Mann aus dem kalten Wasser gezogen und ihm so das Leben gerettet. Der fremde Mann heißt Fritz Hartmann und wird als jüdischer Arzt von den Nationalsozialisten verfolgt. Er braucht Hilfe und hofft auf einen Weg über die Grenze. Ohne zu zögern versteckt Carl ihn unter Deck. Doch lange bleibt der blinde Passagier an Bord des kleinen Schiffs nicht unentdeckt und das eben noch sichere Versteck wird zunehmend zur Gefahr. Denn auch wenn Carl und Nina dem Mann in Not über die deutsche Grenze helfen wollen, möchte vor allem Jörgen kein Risiko eingehen. Die Situation spaltet die vierköpfige Crew und drängt sie in eine moralische Zerreißprobe, deren Ausgang womöglich über Leben und Tod entscheidet. "Der blinde Passagier" ist eines von insgesamt drei Theaterstücken aus dem erst kürzlich veröffentlichten Nachlass der österreichischen Schriftstellerin Maria Lazar. 1938 / 1939 im dänischen Exil entstanden, zu einer Zeit also, in der Lazar selbst aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurde, fragt die Autorin in diesem Stück in aller Schärfe und mit viel Präzision nach Menschlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Angesicht faschistischer (Un-)Rechtssysteme. Denn: Halten Werte stand, auch wenn sie das eigene Wohl bedrohen? Und wie viel ist man tatsächlich bereit, für einen Fremden zu riskieren? Ein dichtes und poetisches Drama über Widerstand und Zusammenhalt, das von erschütternder Aktualität ist.

    Ausfall

  6. Die Geierwally

    Bühne 1 · München · Theater

    nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, für die Bühne bearbeitet von Julia Prechsl / Regie: Julia Prechsl

    Walburga Stromminger ist schon früh für das bekannt, was sich nicht einmal die gleichaltrigen Jungs trauen. Vor aller Augen nimmt sie an einer Felswand ein Geiernest aus und wird so, ganz zum Stolz ihres Vaters, zum stärksten Mädchen weit und breit. Und mit dem Geier, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht, bekommt sie auch ihren Spitznamen: Geierwally. Jahre später – aus dem furchtlosen Mädchen ist längst eine junge Frau geworden – entscheidet ihr Vater nun, wen sie heiraten soll: den Gellner-Vinzenz vom reichen Nachbarshof. Doch Wally, die sich ohnehin bereits in den Bärenjoseph verguckt hat, denkt gar nicht daran, sich dem Willen ihres Vaters zu beugen. Sie will selbst entscheiden, wie und vor allem mit wem sie ihr Leben verbringt. Diese Weigerung hat schwere Folgen: Ihr Vater verbannt sie und schickt sie weit weg auf eine Hochalm. Doch auch dort lässt Wally sich nicht brechen. In den Bergen, auf sich allein gestellt, nur mit dem Geier an ihrer Seite, wächst sie über sich hinaus, wird autonomer denn je. Als sie in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie erkennen, dass es keinen Platz mehr für sie gibt. Denn dort werden weder Abweichung noch Ungehorsam geduldet. Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierter Erfolgsroman erzählt von radikaler Selbstbestimmung, von sozialer Gewalt und von einer Frau, die sich um keinen Preis besitzen lassen will. Die Regisseurin Julia Prechsl, bekannt für ihre modernen Lesarten volkstümlicher Erzählungen, bearbeitet den Stoff für die Bühne und legt frei, was an dieser widerspenstigen Heldin bis heute unbequem und exemplarisch bleibt.

    Ausverkauft

  7. Disney Der Glöckner von Notre Dame

    Theatersaal · München · Musical

    Ein zeitloses Meisterwerk kehrt zurück auf die Bühne: Disney Der Glöckner von Notre Dame erzählt die bewegende Geschichte des entstellten Quasimodo, der hoch oben über den Dächern von Paris verborgen aufwächst – fernab der Welt, doch voller Sehnsucht nach ihr. Im Oktober 2026 präsentieren wir die neue deutschsprachige Inszenierung des Budapester Operettentheaters erstmals auf unserer Bühne. Als Quasimodo sich beim Fest der Narren zum ersten Mal unter die Menschen wagt, gerät er in Schwierigkeiten und begegnet der mutigen Esmeralda, die ihm Mitgefühl und Freundschaft schenkt. Ihre Begegnung entfacht eine berührende Geschichte über Ausgrenzung, Liebe und Gerechtigkeit – erzählt vor der gewaltigen Kulisse der Kathedrale Notre-Dame, mit atemberaubender Musik und großen Emotionen. Basierend auf Victor Hugos weltberühmtem Roman vereint das Musical die unvergesslichen Disney Songs von Alan Menken, dem mehrfach Oscar-prämierten Komponisten, und dem ebenfalls Oscar-prämierten Liedtexter Stephen Schwartz. Mächtige Chöre, zarte Balladen und eine mitreißende Live-Orchestrierung schaffen ein Bühnenepos voller Leidenschaft, Hoffnung und Menschlichkeit. Über 70 Mitwirkende, prachtvolle Kostüme und ein imposantes Bühnenbild mit gotischer Architektur und riesigen Glocken entführen das Publikum in das monumentale Paris des 15. Jahrhunderts – ein unvergessliches Live-Erlebnis.

    ab 39,00 €

  8. Echtzeitalter

    Bühne 1 · München · Theater

    nach dem Roman von Tonio Schachinger / Regie: Jan Friedrich

    Till ist neu auf der weiterführenden Schule, einem traditionsreichen Gymnasium. In dem elitären Umfeld versucht er, den pädagogischen Maßnahmen seines aus der Zeit gefallenen Klassenlehrers, dem Dolinar, zu entgehen, der ausschließlich auf Reclamhefte und drakonische Strafarbeiten setzt. Die Klassengemeinschaft entwickelt über die Jahre hinweg einen kreativen Umgang mit der verstaubten Lehrkraft und flüchtet sich in umliegende Kneipen oder die Raucherecke. Till, der wenig Lust hat, diese Erlebnisse mit seiner alleinerziehenden Mutter zu teilen, findet zusätzlich im virtuellen Raum Zuflucht. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten beim Computer-Strategiespiel "Age of Empires 2" lassen ihn zu einem der zehn besten Spieler der Welt aufsteigen – ein Erfolg, der weder vom Dolinar noch von seiner Mutter wertgeschätzt wird. In dieses verkorkste Teenagerleben treten plötzlich zwei Mädchen, die Till zeigen, dass man sich gegen das konservative System wehren kann und dass das Leben mehr als Schule und Computerspiele bereithält. Mit seinem Roman, für den er 2023 den Deutschen Buchpreis erhielt, liefert der österreichische Autor Tonio Schachinger eine einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte und eine scharfsinnige Gesellschaftsstudie. Die harmlose Teenager-Perspektive kratzt mit viel Witz an der elitären Fassade des Bildungsbürgertums und fragt, wie viel Tradition beim Erwachsenwerden eigentlich förderlich ist. Im Rahmen der Kulturpartnerschaft des Münchner Volkstheaters mit der Technischen Universität München sind Studierende der TUM herzlich eingeladen am 13. November für 6€ die Vorstellung von "Echtzeitalter" zu besuchen und im Anschluss an einem exklusiven Nachgespräch teilzunehmen. Alle Infos gibt es hier.

    Ausfall

  9. Maria Stuart

    Residenztheater · München · Theater

    von Friedrich Schiller

    Intrigen, Verschwörungen, politische Ränkespiele – Schillers Trauerspiel zeigt den Machtkampf zwischen der englischen Königin Elisabeth I. und der schottischen Königin Maria Stuart. Was aber, wenn nur der Zufall über Macht und Ohnmacht entscheidet? Dann könnten die Rollen auch »getauscht« werden. So wird bei jeder Vorstellung gelost, welche der beiden Schauspielerinnen die Siegerin oder die Besiegte verkörpert. Maria Stuart, die entthronte schottische Königin, sucht in England Asyl, findet sich aber alsbald in Festungshaft, da ihre Tante, die englische Königin Elisabeth Tudor, Ermittlungen gegen sie aufnimmt: Maria war angeblich im Alter von siebzehn Jahren in die Ermordung ihres Ehemanns verstrickt – so die offizielle Anklage, gerüchtehalber aber auch in ein ganz aktuelles Umsturzkomplott. Schiller zeichnet keine seiner Protagonistinnen in besonders schmeichelhaftem Licht: Maria als impulsive Verführerin, Elisabeth als eifersüchtige und entscheidungsscheue Regentin. An Goethe schreibt er 1799 über seinen »poetischen Kampf mit dem historischen Stoff«, bevor es ihm gelingt, »der Phantasie eine Freiheit über die Geschichte zu verschaffen«. Und diese Freiheit besteht auch darin, aus der beliebten »Virgin Queen« – die in ihrer Regentschaft jahrelange Querelen mit Frankreich befriedete, den Staatshaushalt konsolidierte, den Grundstein von Seemacht und Commonwealth legte, eine Blütezeit für Künste und Wissenschaft schuf – eine Zauderin zu machen, die lieber sterben möchte, als über den Konflikt mit Maria zu entscheiden. Hier schreibt sich auch Schillers eigene Gegenwart in das Stück ein, in der wenige Jahre zuvor Marie Antoinette als eine der Frontfrauen des Absolutismus auf dem Schafott ihr Ende fand: »Dies Land, Mylady, hat in letzten Zeiten / Der königlichen Frauen mehr vom Thron / Herab aufs Blutgerüste steigen sehn«. Denn im Hintergrund dieses Politthrillers um Ämternachfolge und Staatskonfession lauert immer der Volksaufstand, der schließlich beide Königinnen den Kragen kosten könnte. Schiller lässt nicht nur den Hofstaat, sondern auch seine Majestäten selbst zweifeln, ob es ein einzelner Mensch vermag, im Sinne eines Volks zu entscheiden, und exerziert diese »Furcht, die schreckliche Begleitung der Tyrannei« in allen Schattierungen durch. Er schreibt so nicht nur ein Stück über das Zögern einer Staatenlenkerin, sondern auch über die Notwendigkeit der Demokratie. Dass diese Debatte wie in der antiken »Orestie« ihren Anfang mit einem Gattenmord und ihr Ende im Irren der Entscheidung der Einzelnen findet, ist vielleicht kein Zufall. »Ein Stück über das NICHT-Handeln. Über die radikale Einsamkeit und unentrinnbare (Ohn-)Macht, in die eine menschliche Machthaberin hineingerät. Mich interessiert die Faszination dieser Frau an der anderen, das Erkennen ihrer selbst in der anderen. Und ihr schlussendliches TROTZDEM-Handeln, getrieben von einem in sich falschen System, in dem es nur die eine Entscheidung geben kann.« Nora Schlocker Was aber, wenn staatstragende Entscheidungen gar keinen individuellen Spielraum haben, nur der Zufall über Macht und Ohnmacht entscheidet? Dann könnten die Rollen auch »getauscht« werden. So wird bei jeder Vorstellung gelost, welche der beiden Schauspielerinnen die Siegerin oder die Besiegte verkörpert. Sie planen einen Theaterbesuch mit Schüler*innen, Studierenden oder einer anderen Gruppe und wünschen sich ein theaterpädagogisches Begleitprogramm? Schreiben Sie an resi.alle@residenztheater.de. In der Inszenierung von »Maria Stuart« entscheidet jeden Abend das Los, wer welche der zwei Königinnen spielen wird. Ein Gespräch mit den beiden Darsteller*innen.

    Restkarten

  10. Bavarian Burlesque Festival

    Silbersaal · München · Show

    Das Bavarian Burlesque Festival geht in die nächste Runde. In unterschiedlich besetzten Shows entführen internationale Burlesque-Stars in die Welt der Sinnlichkeit und Fantasie. Mit seinen prächtigen Kronleuchtern, Stuck und Spiegeln formt der Silbersaal als barockes Schmuckstück von 1896 das perfekte Ambiente für dieses facettenreiche Bühnengenre. Bühne frei für Glitzer, Glamour und Verführung. Kaum eine Bühnenkunst ist so vielfältig wie Burlesque. Die Urform des Striptease verpackt die Kunst der Verführung auf vielerlei Art und Weise: ob erotisch, elegant, geheimnisvoll, explosiv, augenzwinkernd oder urkomisch – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nicht nackte Tatsachen stehen im Vordergrund, vielmehr sind es das Teasen, das Spielen mit dem Publikum, die ausgefallenen Kostüme, die Musik und nicht zuletzt die Geschichte, die jede einzelne Darbietung zu erzählen hat. Als Headliner des diesjährigen Festivals werden sich mit Cleopantha, UK, und Albadoro Gala, Italien, zwei internationale Top-Performerinnen die Ehre geben. Die drei Shows versprechen ein wahres Feuerwerk burlesker Bühnenkunst – jedes Mal mit einem neuen, einzigartigen Programm. Neben den glamourösen Headlinerinnen präsentieren zahlreiche internationale Burlesque-Stars ihre ganz individuellen Interpretationen dieser sinnlichen Kunstform. Energiegeladen und authentisch interpretiert die Italienerin Albadoro Gala die Kunst des Burlesque. Ihre Darbietungen gleichen exquisiten kulinarische Kreationen, in denen Sinnlichkeit, Augenzwinkern und explosive Energie mit Präzision und Raffinesse verschmelzen. Die Britin Cleopantha ist eine international renommierte Burlesque-Künstlerin mit bunten kulturellen Wurzeln. Über das Modeln entdeckte die professionelle Tänzerin die schillernde Welt der Strasssteine, der Federn, des Glitzer und des Glamour für sich. 2022 belegte sie Platz drei unter den „Most Influential Burlesque Artists“. Moderiert wird die Thursday Opening Night mit Witz und Charme von Gisela Kloppke unserer bearded Lady aus Berlin. Durch die Saturday Night Gala und das Best of Festival am Sonntag führt Sandy Beach, „La Mama“ of German Burlesque. Sinnlichkeit und Verführung sind garantiert!

    Ausverkauft

  11. Call Me Queen

    Werkstattkino · München · Kino

    Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Kenia 2026. Regie: EMILY ATEF. Mit Jeannine Dominy, Emily Atef, Josune Hahnheiser, Hawa Essuman. HD Digital. 105 Min. Originalfassung (englisch, suaheli) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. Ende der 1990er-Jahre sucht eine alleinerziehende Frau aus den Slums von Nairobi für sich und ihre beiden Kinder eine bessere Zukunft. Mit Witz und Charme ergattert sie eine Stelle als Haushaltshilfe bei einer irischen Auslandsreporterin und freundet sich mit der Europäerin an. Als sie an AIDS erkrankt, überlebt sie nur durch die Hilfe der Journalistin; in der Folge verschreiben sich die beiden dem Kampf gegen die HIV-Epidemie. Ein auf wahren Begebenheiten beruhendes Drama um zwei mutige Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund, die im Kampf gegen die Epidemie und die Machenschaften der Pharmaindustrie zusammenfinden. (Filmdienst)

    Nur Abendkasse

  12. Das Ereignis

    Werkraum · München · Theater

    Eine schonungslose Nahaufnahme Von Annie Ernaux Aus dem Französischen von Sonja Finck

    Mit schonungsloser Offenheit erzählt die französische Schriftstellerin in „Das Ereignis“ von einem illegalen Schwangerschaftsabbruch als junge Literaturstudentin: „Das konnte ich erst mit einem großen zeitlichen Abstand schreiben. Mehr als dreißig Jahre. Ich wollte den Moment zurückholen, den Moment der Abtreibung, der grausam gewesen war. Die Heimlichkeit. Ich wollte mich in die Atmosphäre von damals zurückversetzen. Das Schlimme an der Abtreibung war die Umgebung, in der ich mich befand. Die Zeit, in der ich mich befand. Das ist es, was mich interessiert: Was machen die Umgebung und die Zeit, in der man lebt, mit einem Menschen.“ Aus zeitlicher Distanz erzählt, entsteht eine eindrückliche Nahaufnahme, die sprachmächtig die Ohnmachtserfahrung schildert. Und so das Schweigen und die Scham überwindet. Annie Ernaux, 2022 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, schreibt autobiografisch. Sie erzählt so aus ihrem Leben, dass ihre Erfahrungen alle angehen. In einer Sprache, die selbst zum Ereignis wird. Der Autor Necati Öziri („Vatermal“) gibt im Werkraum der Kammerspiele sein Regiedebüt.

    Tickets

  13. Eine Zierde für den Verein

    Marstall · München · Theater

    vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen; nach dem gleichnamigen Roman von Marieluise Fleißer für die Bühne bearbeitet von Elsa-Sophie Jach und Constanze Kargl

    Gustl Gillich, Tabakwarenhändler und lokaler Schwimmstar, verliebt sich in Frieda Geier, Vertreterin für Mehl. Als er jedoch in der Liebe ein Geschäftsmodell und in Frieda eine Billigarbeitskraft entdeckt, wird er von ihr verlassen und findet Trost in Frauenhass und Männerbündelei. Elfriede Jelinek bezeichnete Fleißer, deren einzigen Roman Elsa-Sophie Jach für die Bühne bearbeitet, als die »größte Dramatikerin des 20. Jahrhunderts«. Der Tabakwarenhändler und lokale Schwimmstar Gustl Gillich verliebt sich in Frieda Geier, eine durch die Provinz reisende Vertreterin und als solche Einzelkämpferin in einer Männerdomäne. Als Gustl jedoch in der Liebe ein Geschäftsmodell und in Frieda eine billige Arbeitskraft entdeckt, wird er von ihr verlassen und findet Trost in Frauenhass und Männerbündelei. Dabei nimmt Marieluise Fleißer in der Darstellung des ungleichen Paars autobiografische Anleihen bei ihrer Ehe.Fleißer, die von Feuchtwanger und Brecht entdeckt und von Fassbinder und Kroetz wiederentdeckt wurde, gilt Jelinek als die »größte Dramatikerin des 20. Jahrhunderts«. In ihrem einzigen Roman erzählt die »Fleißerin« in ihrer die Wirklichkeit verdichtenden, harten Sprache vom »Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen«. In einer Atmosphäre sozialer und politischer Unruhe zur Zeit der Weltwirtschaftskrise und vor der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Partei zeigt sie den Zusammenhang von Milieu und Politik, denn »alle weben an einem Muster, das in der Gegenwart gewebt wird, aber noch nicht gelesen. Erst die Zukunft bringt die echte Bedeutung hinein«. In diesem Sinn mag man Fleißers Prosa in Zeiten, in denen es erneut zu antisemitischen Übergriffen kommt, toxische Männlichkeit floriert und Frauenrechte wieder neu zu verteidigen sind, als Aufruf zur Wachsamkeit verstehen. Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach legt mit ihrer Bühnenbearbeitung von Fleißers Roman den Fokus erneut auf eine weibliche Erzählstimme. »Der Krauler Gustl pflügt durchs Wasser, die Mehlvertreterin Frieda durch Gustls Hoffnungen und ein Eisenbahnzug rast auf eine Bombe zu. Marieluise Fleißer zeigt wie in Zeitlupe eine auseinandersprengende Gegenwart, die der unseren erschreckend ähnlich scheint. Ihr autobiografischer Roman erzählt von einer Jugend, die sich angesichts einer instabilen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage gefährlich radikalisiert, von der Kunst des Turmspringens und einer zerbrechenden Liebe.«

    Karten

  14. Hits Hits Hits • Cantaloupe Munich International Jazz Orchestra

    Lost Weekend · München · Konzert

    Cantaloupe – Funk, Swing, Fusion und Latin verschmelzen hier zu einem unverwechselbaren Sounderlebnis! Seit 2012 begeistert die fast 20-köpfige Band ihr Publikum mit präzisen Bläsersätzen, kraftvollem Groove und einfühlsamen, mitreißenden Vocals – pure emotionale Musik. Mit ihrer Energie und musikalischen Vielfalt schaffen sie es immer wieder, ihr Publikum auf eine musikalische Reise mitzunehmen. Projekte wie „CantaRap“ oder Kooperationen mit Chören setzen neue Akzente. Die Band ist international besetzt – viele internationale Studierende prägen den Sound. Fokussierte Probenarbeit und Workshops mit hochkarätigen Gast-Dozenten aus der Jazzwelt machen Cantaloupe zu einem Geheimtipp in Süddeutschland – eine Band, die für Vielfalt, Leidenschaft und musikalische […]

    Unlimitierte Kapazität

  15. Jeremias & Ensemble

    Isarphilharmonie, Gasteig HP8 · München · Konzert

    Die Indie-Pop-Band aus Hannover performt neu arrangiert zusammen mit einem Ensemble bestehend aus Klavier, Trompete, Cello, Posaune, Geige und Bratsche.

    Tickets verfügbar

  16. Jugend ohne Gott

    Schauspielhaus · München · Theater

    Eine Jugend im Zeitalter der Fische nach dem Roman von Ödön von Horváth mit Szenen von Anne Habermehl

    Eine Klasse Jugendlicher erklärt ihrem Lehrer den Krieg. Der Lehrer sieht eine riesige Kluft zwischen den Generationen, er findet, das „Zeitalter der Fische“ sei angebrochen. Seine Schüler*innen wachsen in einem Klima von Gefühlskälte und Leistungsdruck auf. Das System duldet keinen Widerspruch, bildet aus für einen Kampf, in dem der Stärkere siegt. Der Lehrer ist angepasster Teil dieses Systems, aber innerlich hadert er, er spioniert seine Schüler*innen genauso aus wie sie ihn. Verirrt in eigenen Widersprüchen, beschließt er, den Mechanismen von Lüge und Verrohung einen Strich durch die Rechnung zu machen. Erst nachdem in einem Trainingscamp ein Schüler ermordet wird, schafft es der Lehrer, im Gerichtsprozess die Wahrheit zu sagen. Sie kostet ihn seine berufliche und persönliche Existenz. Tatsächlich löst er eine „Infektion von Wahrheit“ aus. Gibt es eine gerechte Strafe? Gibt es etwas, an das man glauben kann? Der Autor Ödön von Horváth, der sich bis 1937 in einem Dilemma zwischen Widerstand gegen den heraufziehenden Nazismus und seiner Suche nach Anerkennung befand, schrieb sich mit diesem Roman endgültig ins Exil. Die Frage nach Wahrheit und Empathiefähigkeit stellt sich brandaktuell in einer Gesellschaft, in der Gott nicht mehr existiert. Horváth nannte es „die Verblödung der Luft“, wir nennen es den digitalen Weltzugriff. Regisseurin Felicitas Brucker übersetzt in ihren Inszenierungen Nöte der Individuen durch gesellschaftliche Mechanismen in starke, körperliche Bilder. „Wenn kein Charakter mehr geduldet wird, sondern nur der Gehorsam, geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.“ – aus „Jugend ohne Gott“

    Wenige Tickets

  17. Wenn Bühne auf Leben trifft

    Silbersaal · München · Musical

    Wenn Bühne auf Leben trifft ist kein klassischer Liederabend mit den beiden Musicalstars Jan Ammann und Lisa Habermann. Es ist ein musikalischer Abend im Silbersaal über Rollen und über das Leben dazwischen. Über Nähe, Fantasie und die Kunst, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Und über Musik, die nicht in eine andere Welt fliehen lässt – sondern genau dorthin zurückführt, wo wir gerade sind. Mit Musik, Witz und einem liebevollen Augenzwinkern erzählen Jan Ammann & Lisa Habermann von ersten Liedern und großen Rollen, von hohen Tönen und Momenten, die „gerade noch machbar“ waren. Sie chatten per WhatsApp, obwohl sie im selben Raum sitzen. Sie fragen sich, wer es eigentlich schwerer hatte – und was gewesen wäre, wenn einer von ihnen gar kein Sänger geworden wäre. Oder wenn sie sich nie begegnet wären. Zwischen bekannten Musicalhits, Medleys und überraschenden musikalischen Momenten entsteht ein Abend, der bewusst mit Erwartungen spielt. Mal komisch, mal zärtlich, mal unbequem ehrlich. Eine Jam Session wird zur lebendigen Jukebox, Zugaben entstehen spontan, das Publikum wird Teil des Geschehens. Alles live, alles nahbar – begleitet nur vom Piano. Dafür bietet der Silbersaal den idealen Rahmen.

    Letzte Tickets

  18. Kravchenko | Ambrosin | Herzog | Parzhuber

    Unterfahrt · München · Konzert

    Die Villa Waldberta am Starnberger See, ein Refugium der Stadt München für alle Kunst-Gattungen, freut sich, dass ein neuer Gast als artist-in-residence zu Besuch ist und in den Räumlichkeiten des Hauses in aller Ruhe neue Programme, Konzepte und Ideen entwickeln kann: die aus der Ukraine stammende und in Köln lebende Sängerin und Komponistin Kateryna Kravchenko macht von dort als allererstes einen Ausflug nach München, um in der Unterfahrt herrlich unwirkliche Musik zu präsentieren, traumverloren, geheimnisvoll, kurios funkelnd, cinematisch.

    Tickets verfügbar

  19. Free Mind Soundsystem pres.: Stpfwd with Radikal Guru & Roots Iration

    Import Export · München · Party

    Late summer has arrived and we’re kicking off another season with STP FWD. As usual, the Free Mind Crew will set up their Soundsystem and present national and international guests from the dub and soundsystem scene. For this edition, we’ve invited the Roots Iration Crew from Rosenheim as our local support to celebrate the first STP FWD alongside none other than Radikal Guru from Poland. Guru was highly anticipated at this year’s Komod Festival, partially organized by the Free Mind Soundsystem, but unfortunately couldn’t attend due to a broken arm. We’re thrilled to welcome him again for STP FWD! Radikal Guru Radikal Guru is a notable figure in the world of dub and bass music. He is a Polish dub and electronic music producer, DJ, and musician who has gained recognition for his unique blend of dub, reggae, and bass-heavy electronic sounds. His artistic contributions have significantly enriched the dub music landscape and have earned him a dedicated following among fans of the genre. Radikal Guru, whose real name is Mateusz Miller, was born in Poland and grew up with a passion for music. He was particularly drawn to the sounds of dub and reggae, which he later incorporated into his own productions. He established himself as a prominent artist with his deep, meditative, and bass-driven tracks that pay homage to the roots of dub music while infusing modern electronic elements. One of Radikal Guru’s defining traits is his ability to fuse traditional dub elements with contemporary electronic production techniques. His music often features heavy basslines, reverberating echoes, and intricate soundscapes that capture the essence of classic dub music while pushing its boundaries. His compositions resonate with both long-time dub enthusiasts and newcomers to the genre, thanks to their immersive and dynamic qualities. Throughout his career, Radikal Guru has released numerous singles, EPs, and albums on labels like Moonshine Recordings, where his music has found a fitting home within the dubstep and bass music scene. His releases showcase his versatility as a producer, from upbeat and energetic tracks to more introspective and meditative tunes, all united by his signature dub-infused sound. Radikal Guru’s contributions to the global dub and bass music communities have earned him recognition as an influential artist. His music has not only captured the attention of listeners but has also become a staple in the sets of DJs and performers around the world. His commitment to crafting authentic and compelling dub music has solidified his position as a respected figure in the genre, and he continues to shape and evolve the dub sound with his innovative creations.

    Ticketlage bitte bei der Quelle prüfen

  20. bratty – w/ charli xcx & other brat coded artists

    Milla · München · Konzert

    PARTY the party night with songs from charli xcx and other brat coded artists münchen – #brattyisalifestyle 🔥 bratty heißt eintauchen in ein feeling, das mehr ist als das album “brat“ – es ist ein statement! hier läuft der sound, der sonst nicht im club existiert: queer, rough, euphorisch. 💚 y2k fashion auf dem dancefloor, bauchfreie tops, glitzer, low-rise jeans und sonnenbrillen im club. die handys fangen verschwommene erinnerungen ein, während der DJ jeden bratty-coded banger feuert: charli xcx, kesha, kim petras, billie eilish, ayesha erotica, ikkimel, lorde, pinkpantheress, cobrah, adéla, lady gaga & mehr. bratty ist keine season – es ist ein lifestyle, ein safe space, ein ausrasten jenseits des mainstreams. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~17.10.2026Einlass: 23:00Eintritt ab 18 JahrenVVK 10€ zzgl. Gebühren

    Tickets verfügbar

  21. Workshop - Macht Theater

    Große Probebühne · München · Kinder & Familie

    Unsere Besucher:innen wollen wir spielerisch und interaktiv an die Oper und das Ballett heranführen: Zu verschiedenen Familienvorstellungen finden im Vorfeld dreistündige Einführungsworkshops statt. Die Schwerpunkte werden je nach Oper und Ballett unterschiedlich gesetzt und können Schauspiel- und Tanzworkshops, Chorsingen und vieles mehr enthalten. Des Weiteren bieten wir unterschiedliche stückunabhängige Workshops zu Tanz, Musik und Schauspiel an.

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  22. 1. Kammerkonzert: Neues für Mallets und Streicher

    Allerheiligen Hofkirche · München · Konzert

    Preise AS , € 24 /21 /19 /16 Abo-Serie 47, <30

    Saverio TascaSan Giusto für Vibraphon und StreicherAndy AkihoAluminous für Vibraphon und StreicherMario CarroDance Me für Marimba und StreicherAndy AkihoLigNEous V für Marimba und StreichquartettKonstantia GourziAnanke – for two percussionists and strings (Uraufführung)Auftragskomposition der Bayerischen StaatsoperSteve SwallowFalling Grace für Vibraphon, Marimba und Streicher(arrangiert von Amy Greenhalgh)Astor PiazzollaFuga y Misterio und Libertango für Vibraphon, Marimba und Streicher(arrangiert von Carlos Vera Larrucea)

    Tickets

  23. Bach in Space

    Prinzregententheater · München · Konzert

    Mona Asuka, Klavier

    Auszüge aus Werken von Johann Sebastian Bach, u. a. aus „Das Wohltemperierte Klavier“, „Goldberg-Variationen“, Französische Suite Nr. 5 G-Dur und Italienisches Konzert F-Dur zur Projektion von beeindruckenden Bildern des Universums Weitere Termine: Bach in Space – VOICES in der Isarphilharmonie Weitere Infos und Bilder zum Projekt unter bachinspace.de

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  24. Herbstkonzert der Philludiker

    Saal X, Gasteig HP8 · München · Konzert

    Vier Komponisten, vier Welten: Die Philludiker laden zu einer abwechslungsreichen Matinée mit Werken von Beethoven, Mozart, Bruckner und Grieg ein.

    Tickets verfügbar

  25. I got Rhythm!

    Brasserie »OskarMaria« · München · Literatur

    Jazz-Brunch am Sonntag

    Sonntägliche Lesung aus dem American Songbook, mit ausgewählten Passagen von George Gershwin und Cole Porter.

    Ticketlage bitte bei der Quelle prüfen

  26. Kinderkonzert: Tierische Begegnungen

    Parkettgarderobe, Nationaltheater · München · Kinder & Familie

    Preise PG12/5

    Musik kann oft mehr ausdrücken, als man mit zehn langen Sätzen erklären könnte. Daher kann sie bei Erzählungen so gut ergänzen, was sich mit Worten schwer sagen lässt. Die Geschichten von der zerstreuten Brillenschlange und von Ferdinand, dem Stier sind besonders schöne Beispiele. Was geschieht, wenn eine sehr hungrige und zugleich sehr kurzsichtige Brillenschlange ihre Brille vergessen hat – die sie ohne Brille ja auch gar nicht finden kann – und auf der Suche nach etwas Fressbarem an ihr eigenes Schwanzende gerät? Der Münchner Komponist Wilfrid Hiller hat daraus ein Stück mit dem Namen „Diminuendo” gemacht. Das heißt so viel wie „leiser werdend“: Die Schlange wird weniger und weniger, bis sie zum Schluss ganz verschwunden ist. Ferdinand wiederum, ein spanischer Stier, liebt es, in der Sonne zu liegen und sich am Duft der Blumen zu erfreuen. Anders als seine Altersgenossen, die dauernd mit ihrer Riesenkraft angeben, weil sie für den Stierkampf ausgewählt werden wollen. Warum dann doch Ferdinand für den Auftritt in der Arena ausgesucht wird und wie das Ganze ausgeht, erzählt die Geschichte von Munro Leaf mit Musik von Alan Ridout. Martina Beck-Stegemann spielt Klarinette. Ihre Spezialität ist die Bassklarinette, eine besonders große Variante dieser Instrumentenfamilie, die wunderbar tief klingen kann. Verena-Maria Fitz spielt Violine, von der man sagt, dass ihr Klang der menschlichen Stimme sehr nahekommt. Clemens Müllner spielt Violoncello und ist außerdem ein großer Kenner der besten Schokoladensorten. Alle drei sind Mitglieder im Bayerischen Staatsorchester, das Abend für Abend im Nationaltheater zusammen mit dem Gesangsensemble Opern aufführt, und alle haben sie auch viel Erfahrung mit Kindern, ihren eigenen und vielen anderen.

    ausverkauft

  27. Macht Theater!

    Residenztheater · München · Theater

    Aktionstag mit Workshops an neun Theatern

    Neun Münchner Theater machen Workshops. Ein Aktionstag voller Mut, Kreativität und Vielfalt – für alle von 8 bis 99 Jahren. Spiel, tanz, schreib, sei laut – und steh um 16 Uhr gemeinsam mit verschiedensten Menschen auf der Bühne des Metropoltheaters. Die Türen sind offen. Die Bühnen sind frei. Mach mit! Mit dabei: Bayerische Staatsoper, HochX, Metropol Theater, Münchner Kammerspiele, Pathos Theater, Residenztheater, Schauburg, Staatstheater am Gärtnerplatz 11 Uhr: Start der Workshops in den jeweiligen Theatern16 Uhr: Gemeinsame Abschlusspräsentation im Metropoltheater, Floriansmühlstraße 5 Was passiert, wenn auf der Bühne plötzlich alles stillsteht?Gemeinsam probieren wir Szenen aus Büchern und Filmen aus, frieren Momente ein und spielen weiter. Dabei entdecken wir, wie spannend Pausen sein können – und wie aus einem kurzen Stopp ganz neue Ideen entstehen. ORT Bayerisches Staatsballett, Platzl 7LEITUNG Yevgen Bondarskyy und Judith Jäger Wie entsteht ein Song? In diesem Workshop schreiben wir gemeinsam einen Track – von der ersten Idee bis zum fertigen Lied, das wir am Ende präsentieren. Mitmachen, ausprobieren, loslegen! ORT Pathos Theater, Dachauerstraße 110bLEITUNG Lionel Dante Dzaack und Marc Regen Sehen und gesehen werden: Wer bist du eigentlich und was willst du der Welt von dir zeigen? In diesem Theaterworkshop nutzt du Masken als kreatives Werkzeug, um spielerisch mit deiner Wirkung auf Andere zu experimentieren. Durch Schauspielübungen und kreatives Gestalten erforscht du deine Talente und Interessen. Entdecke dich und die Anderen aus völlig neuen Perspektiven. Was passiert, wenn unsere Stimmen, Körper und Geschichten aufeinandertreffen? Mit Musik, Gesang und Schauspiel erforschen wir die ganz großen Emotionen der Oper und des Theaters und bringen sie gemeinsam zum Klingen – laut und leise, mutig und kreativ. TREFFPUNKT Tramhaltestelle »Nationaltheater«, Max-Joseph-Platz 2LEITUNG Elke Bauer und Nadja Peschel Was passiert, wenn Bewegung auf Sound trifft? Wenn Worte geloopt, Aktionen gemischt und Ideen neu kombiniert werden? Mit Text, Bewegung und einer Loop Station experimentieren wir gemeinsam am Mischpult. Wir probieren aus, verwerfen, setzen neu zusammen und sind gespannt darauf, was gemeinsam neu entsteht. Wir erkunden tänzerisch, was wir sehen können, nicht sehen und vielleicht nicht sehen wollen. Gemeinsam probieren wir choreografische Tools aus und arbeiten mit Improvisation, Blicken, unseren Augen und interdisziplinären kreativen Mitteln. Für alle Menschen, die sich gerne frei bewegen. ORT Volkstheater München, Tumblingerstraße 29LEITUNG: Sophie Haydee Colindres Zühlke und Serhat »Saïd« Perhat Wir nehmen uns selbst und andere achtsam wahr. Das Gefühl und Empfinden formt unseren Tanz. Wir sehen uns und werden von anderen gesehen, sodass wir Vertrauen in uns selbst und in die Gruppe gewinnen. Menschen unterschiedlicher Tanzstile, Tanz- & Bewegungsniveaus, auch mit wenig oder keiner Tanzerfahrung sind herzlich willkommen. ORT Probebühne HochX Theater, Auenstraße 19LEITUNG Sascha Paar und Anna Ideenkind Möhrle Wahrnehmung ist der Schlüssel, wie wir die Welt, andere Menschen, uns selbst erleben. Gemeinsam wollen wir erforschen, wie unsere Sinne, Bewegungen, Gedanken und Ideen zusammenwirken. Dabei entsteht Raum für ungewohnte Perspektiven und Neues. Lasst uns gemeinsam ausprobieren, geht mit uns auf eine Entdeckungsreise der Sinne und der Möglichkeiten im Spiel. Wir sehen uns! ORT Metropoltheater, Floriansmühlstraße 5LEITUNG Veronika Jabinger und Susanne Schemschies

    Zur Anmeldung

  28. Macht Theater!

    Münchner Kammerspiele · München · Theater

    Ein Aktionstag der Münchner Theater mit Workshops für alle von 8 – 99 Jahren

    Neun Münchner Theater machen Workshops. Mit dabei sind das Metropoltheater, die Münchner Kammerspiele, das Residenztheater, das HochX, die Bayerische Staatsoper, die Schauburg, das Staatstheater am Gärtnerplatz, das Volkstheater und das Pathos Theater. Ein Aktionstag voller Mut, Kreativität und Vielfalt für alle von 8 bis 99 Jahren. Spiel, tanz, sing, sei laut und steh um 16 Uhr mit allen anderen gemeinsam auf der Bühne des Metropoltheaters und zeige dich dem Publikum. Die Türen sind offen, die Bühnen sind frei, macht mit!

    Ausverkauft

  29. Münchner Philharmoniker: Strauß (Sohn) / Schostakowitsch / Zimmermann / Ravel

    Isarphilharmonie, Gasteig HP8 · München · Konzert

    mit Nicolas Altstaedt (Violoncello) & Anja Bihlmaier (Leitung)

    Beim Wiener Opernball darf er auf keinen Fall fehlen: der Donauwalzer! Sein magisch-flirrender Anfang lockt die Tanzpaare zielsicher aufs Parkett. Kaum ein anderes Musikstück steht so sehr für Wien, für Eleganz und den Mythos der k.u.k.-Zeit. Anja Bihlmaier stellt dieser perfekten Walzerseligkeit die dunkle Seite des Tanzes gegenüber: innere Zerrissenheit, bitterer Spott und den taumelnden Abgesang einer Epoche.

    Tickets verfügbar

  30. Disney Der Glöckner von Notre Dame

    Theatersaal · München · Musical

    Ein zeitloses Meisterwerk kehrt zurück auf die Bühne: Disney Der Glöckner von Notre Dame erzählt die bewegende Geschichte des entstellten Quasimodo, der hoch oben über den Dächern von Paris verborgen aufwächst – fernab der Welt, doch voller Sehnsucht nach ihr. Im Oktober 2026 präsentieren wir die neue deutschsprachige Inszenierung des Budapester Operettentheaters erstmals auf unserer Bühne. Als Quasimodo sich beim Fest der Narren zum ersten Mal unter die Menschen wagt, gerät er in Schwierigkeiten und begegnet der mutigen Esmeralda, die ihm Mitgefühl und Freundschaft schenkt. Ihre Begegnung entfacht eine berührende Geschichte über Ausgrenzung, Liebe und Gerechtigkeit – erzählt vor der gewaltigen Kulisse der Kathedrale Notre-Dame, mit atemberaubender Musik und großen Emotionen. Basierend auf Victor Hugos weltberühmtem Roman vereint das Musical die unvergesslichen Disney Songs von Alan Menken, dem mehrfach Oscar-prämierten Komponisten, und dem ebenfalls Oscar-prämierten Liedtexter Stephen Schwartz. Mächtige Chöre, zarte Balladen und eine mitreißende Live-Orchestrierung schaffen ein Bühnenepos voller Leidenschaft, Hoffnung und Menschlichkeit. Über 70 Mitwirkende, prachtvolle Kostüme und ein imposantes Bühnenbild mit gotischer Architektur und riesigen Glocken entführen das Publikum in das monumentale Paris des 15. Jahrhunderts – ein unvergessliches Live-Erlebnis.

    ab 39,00 €

  31. Kinderkonzert: Tierische Begegnungen

    Parkettgarderobe, Nationaltheater · München · Kinder & Familie

    Preise PG12/5

    Musik kann oft mehr ausdrücken, als man mit zehn langen Sätzen erklären könnte. Daher kann sie bei Erzählungen so gut ergänzen, was sich mit Worten schwer sagen lässt. Die Geschichten von der zerstreuten Brillenschlange und von Ferdinand, dem Stier sind besonders schöne Beispiele. Was geschieht, wenn eine sehr hungrige und zugleich sehr kurzsichtige Brillenschlange ihre Brille vergessen hat – die sie ohne Brille ja auch gar nicht finden kann – und auf der Suche nach etwas Fressbarem an ihr eigenes Schwanzende gerät? Der Münchner Komponist Wilfrid Hiller hat daraus ein Stück mit dem Namen „Diminuendo” gemacht. Das heißt so viel wie „leiser werdend“: Die Schlange wird weniger und weniger, bis sie zum Schluss ganz verschwunden ist. Ferdinand wiederum, ein spanischer Stier, liebt es, in der Sonne zu liegen und sich am Duft der Blumen zu erfreuen. Anders als seine Altersgenossen, die dauernd mit ihrer Riesenkraft angeben, weil sie für den Stierkampf ausgewählt werden wollen. Warum dann doch Ferdinand für den Auftritt in der Arena ausgesucht wird und wie das Ganze ausgeht, erzählt die Geschichte von Munro Leaf mit Musik von Alan Ridout. Martina Beck-Stegemann spielt Klarinette. Ihre Spezialität ist die Bassklarinette, eine besonders große Variante dieser Instrumentenfamilie, die wunderbar tief klingen kann. Verena-Maria Fitz spielt Violine, von der man sagt, dass ihr Klang der menschlichen Stimme sehr nahekommt. Clemens Müllner spielt Violoncello und ist außerdem ein großer Kenner der besten Schokoladensorten. Alle drei sind Mitglieder im Bayerischen Staatsorchester, das Abend für Abend im Nationaltheater zusammen mit dem Gesangsensemble Opern aufführt, und alle haben sie auch viel Erfahrung mit Kindern, ihren eigenen und vielen anderen.

    ausverkauft

  32. Buch trifft Bühne: Leseclub zu »Bye Bye Lolita«

    Marstall Salon · München · Theater

    von und mit Isabell Antonia Höckel und Lea Maria Unterseer

    Der Leseclub »Buch trifft Bühne« lädt alle ein, die Lust haben, tiefer in die Geschichten hinter den Stücken einzutauchen. Gemeinsam mit Ensemblemitglied Isabell Antonia Höckel und Dramaturgin Lea Unterseer entdecken wir die Literatur, die hinter dem Spielplan der Spielzeit 26/27 steckt – inspirierend, spannend, vielseitig. Auch in der Spielzeit 26/27 wollen wir uns im Buchclub-Format mit den literarischen Vorlagen unseres Spielplans beschäftigen. Dafür nehmen wir uns jeden Monat einen Nachmittag Zeit und belegen den Marstall Salon - für Austausch, Auseinandersetzung und Diskussion. Jeweils zwei Sitzungen im Abstand von einem Monat wollen wir dabei einem Werk widmen. Erstes Treffen: Wir lesen gemeinsam den Anfang des Buches, sprechen über unsere ersten Eindrücke und den historischen Kontext. Eine Vorbereitung für diese Sitzung ist nicht notwendig. Wer möchte, kann das Buch gerne mitbringen. Nach dem ersten Buchclub-Treffen sind die Teilnehmenden eingeladen, die entsprechende Vorstellung bis spätestens zum zweiten Treffen zu besuchen (oft direkt im Anschluss möglich, Eintrittskarte über den regulären Ticketverkauf zu erwerben). Zweites Treffen: Rund einen Monat später kommen wir nach der Lektüre und/oder nach dem Vorstellungsbesuch erneut zusammen. Wir sprechen über unsere Lese- und Seherfahrung und vergleichen, wie wir die Geschichte auf Papier und auf der Bühne erlebt haben. Idealerweise hat man zu diesem Zeitpunkt entweder das Buch (größtenteils) gelesen oder das Stück gesehen.

    Eintritt frei

  33. London

    Werkstattkino · München · Kino

    Österreich 2026. Regie: SEBASTIAN BRAMESHUBER. Mit Bobby Sommer, Anca Cipariu, Clifford Agu, Lana Prerad. HD Digital. 122 Min. Originalfassung (deutsch, englisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. Ein älterer Mann ist regelmäßig auf der Autobahn zwischen Wien und Salzburg unterwegs, um einen im Koma liegenden Freund zu besuchen, den er vierzig Jahre lang nicht gesehen hat. Bei diesen Gelegenheiten steigen Mitfahrer zu ihm ins Auto, das durch seine Fragen zu einem Gesprächsraum wird. Nicht selten berühren die Unterhaltungen die existenziellen Dinge des Lebens. Ein fast durchgehend in dem Auto spielender, visuell minimalistischer Film, der sich zum Porträt des heutigen Europas weitet, indem eine Vielzahl von Themen und politischen Verhältnissen zur Sprache kommt. Zudem kreist der Film um die besondere Schönheit zeitlich befristeter Begegnungen. (Filmdienst) „Brameshuber ist es gelungen, das besondere, oft unerwartet tiefsinnige Verhältnis, das man mit einem fremden Menschen eingehen kann, mit großer Natürlichkeit zu beschreiben.“ (taz)

    Nur Abendkasse

  34. Lucrezia Borgia

    Nationaltheater · München · Oper

    Gaetano Donizetti

    Lucrezia Borgia, die Giftmischerin, Ehebrecherin und Mörderin, tut alles dafür, das männlicherseits errichtete Bild zu erfüllen und tut ebenso leidenschaftlich alles dafür, um eine neue Identität zu finden. Ihr Sohn Gennaro verliebt sich beim ersten Anblick in sie – unwissend, dass sie seine Mutter ist. Aus Übermut, im Kreis seiner jungen Freunde, schändet er ihren Namen. Dafür muss er büßen: Don Alfonso, ihr Mann, will seinen vermeintlichen Rivalen aus dem Weg schaffen. Gift kommt ins Spiel. Doch Gennaro wird gerettet – von ihr. Ein zweites Mal wird Gift gereicht, dieses Mal von ihr, wahllos, als blinder Racheakt, der ganzen Männerschar. Zu spät bemerkt sie Gennaros Anwesenheit, zu spät gesteht sie die Mutterschaft. Gennaro ist tot. Was bleibt ist ein gnadenloses Trauma für die Überlebenden. PrologIn Venedig. Junge Männer erzählen sich Schauergeschichten vom Fluch, der auf den Borgias liegt und dass man sich vor ihnen in Acht nehmen soll, besonders vor der Giftmischerin Lucrezia. Die jungen Männer haben ihre Gründe: Lucrezia hat, so sagen sie, ihre Väter morden lassen. Gennaro ist der Einzelgänger innerhalb der Gruppe. Er kennt weder Vater noch Mutter.Als ihm wie im Traum eine Frau erscheint, fasst er sofort Zutrauen zu ihr. Zärtlich wie eine Mutter umarmt ihn die Frau. Doch die Freunde wecken ihn: Die Frau, der er sich so nah fühlt, ist Lucrezia Borgia.I. AktIn Ferrara. Nachts. Am Hof des Duca D’Este und seiner Gemahlin Lucrezia Borgia. Gennaro hält sich mit seinen Freunden auf Einladung des venezianischen Gesandten mittlerweile in Ferrara auf. Spitzel, Räuber und Mörder umlagern sie. Der Duca D’Este vermutet in Gennaro einen Liebhaber seiner Frau. Selbst Gennaros Freunde provozieren ihn, er habe wohl ein Verhältnis mit der Borgia. Daraufhin zerstört dieser Lucrezias Wappen am herzoglichen Palast.Lucrezia verlangt von ihrem Gatten, den Schuldigen töten zu lassen. Der Duca lässt Gennaro festnehmen und ihn Lucrezia vorführen. Lucrezia, die darauf bestanden hatte, den Schuldigen mit dem Tod zu bestrafen, wird von ihrem Mann gezwungen, Gennaro zu vergiften. In letzter Sekunde kann sie ihn mit Gegengift retten. Gennaro begreift nicht, was ihn immer wieder in die Nähe der Borgia zieht.II. AktStunden später in Ferrara. Wieder nachts. Gennaro will Ferrara verlassen. Doch Maffio Orsini erinnert ihn an einen Schwur: Sie wollten gemeinsam leben und sterben. Lucrezia lässt schließlich alle Freunde Gennaros vergiften, alle, die damals in Venedig ihren Lebenstraum zerstört haben: unerkannt von einem Menschen geliebt zu werden. Nun rächt sie sich und wird zu der Giftmischerin, die alle Welt schon immer in ihr gesehen hat. Doch ihre Rache trifft erneut auch den, den sie liebt: Gennaro. Diesmal lehnt er es ab, Gegengift zu nehmen. Sterbend erfährt er, was ihn zu der Borgia zog: Sie ist seine Mutter.Christof Loy Ordnung und Verwirrung – Christof Loy im GesprächYvonne GebauerRoberto Devereux war die erste große Begegnung mit Edita Gruberova und Gaetano Donizetti...Christof Loy Vor Lucrezia Borgia habe ich neben dem Münchner Roberto Devereux zuvor auch Lucia di Lammermoor an der Deutschen Oper am Rhein und in London gemacht. Das ist also schon mein dritter Donizetti. Wagner hingegen habe ich erst einmal inszeniert, und im Vergleich dazu sage ich immer, dass ich der absolute Donizetti-Experte des deutschen Musiktheaters bin.Nach den ersten Proben zu Roberto Devereux, habe ich den Wunsch gespürt, noch mal eine gemeinsame Arbeit mit Edita Gruberova zu machen, aber nicht unbedingt ein Stück, das sie schon einmal mit einem anderen Regisseur zusammen kreiert hat. Ich erfinde einmal mit ihr, für sie, eine Rolle, die für sie ein szenisches Debüt ist... Und da bin ich ziemlich schnell auf Lucrezia Borgia gekommen, weil ich finde, dass der Mythos Lucrezia Borgia ganz vieldeutig lesbar ist und mich sofort mehr interessiert hat als eine übliche romantische Liebesgeschichte. Der Stoff ist für italienischen Belcanto eigentlich eine richtige Revolution, das wird mir jetzt während der Proben noch viel klarer. Es gibt zwar noch eine Quasi-Reminiszenz an diese Konstellation „Ehepaar und Liebhaber“, doch das Paar ist für Oper der damaligen Zeit durchaus unkonventionell – eine Mutter-Sohn-Beziehung.Bei der Beschäftigung mit der Oper war es klar, dass wir uns unbedingt mit Drama Lucrèce Borgia von Victor Hugo auseinandersetzen müssen. Und dann haben wir als Deutsche auch noch das Glück, dass es von Georg Büchner eine sehr, sehr gute Übersetzung gibt. Hugos Drama war für mich sozusagen der Schlüssel zur Dramaturgie der Oper, die einen erstmal ein bisschen ratlos lässt. Ich hatte anfangs meine Zeiten, wo ich dachte, das Stück nicht machen zu können, wo ich dachte, ich finde dazu den Schlüssel nicht. Oft ist es so, dass, wenn einen etwas verwirrt, entweder legt man es beiseite und will nichts mehr damit zu tun haben oder man nimmt es sich noch mal vor und versucht herauszufinden, ob hinter der Verwirrung nicht doch etwas Geniales steckt.YG Die Frage für uns war, ob man in dieser Verwirrung Ordnung schaffen will beziehungsweise soll oder ob die Verwirrung nicht vielmehr noch vergrößert und ausgearbeitet werden muss, weil genau das das Zentrum des Stückes ist.CL Nach dem Hugo-Studium war mir klar, dass dies ein Stück ist, das ganz verschiedene Atmosphären und eigentlich auch verschiedene Theater-Genres versucht nebeneinander zu stellen, gleichberechtigt. Und da versteht man diesen Begriff der Romantik. Wir haben heute einen eigentlich einseitigen, verkitschten Romantik-Begriff – ganz große Gefühle, Hollywood –, der mit dem, wie sich die Romantiker Anfang des 19. Jahrhunderts diesen Begriff vorgestellt haben, gar nichts zu tun hat. Die haben eher nach Rissen, nach Brüchen und Nachtseiten gesucht, nach dem, was nicht miteinander vereinbar ist, wo sich Realität des Lebens aus sich scheinbar widersprechenden Elementen zusammensetzt. Dass auch der lachende Narr durchaus neben der sterbenden Kranken, nicht nur im Leben, sondern auch auf der Bühne und in einem Theaterstück stehen kann.YG In diesem Zusammenhang hat uns Hugo auch mit seinem berühmten Vorwort zum Cromwell-Drama interessiert, in dem er ständig das Wort „Groteske“ benutzt. Dieses Vorwort ist ein programmatischer Großangriff gegen den Klassizismus, der jeglichen Bruch sozusagen überdeckt. Bei Lucrezia Borgia nun setzt er einen Gegenentwurf um: Da gibt es eine liebende Mutter, die gleichzeitig und in derselben Intensität hasst und mordet. Neben diesem Komplex stehen noch ganz andere Welten. Das ist das große Programm von Hugo. Und so kommen auch sofort Shakespeare und die Shakepeare-Bühne ins Spiel.CL Die Bühnenform, die wir gefunden haben, hat natürlich mit meinem derzeitigen ästhetischen Standpunkt zu tun. Ich fühle mich einfach sehr wohl, wenn nicht zuviel optische Ablenkung auf der Bühne stattfindet, Spielorte sich eher durch die Situation ergeben, die man darauf stellt oder behauptet und dass sich dadurch Spielorte auch in der Phantasie des Zuschauers einstellen und man nicht etwas baut, das schnell und vordergründig eine Atmosphäre herstellt. Wie ich finde, kann man sich dies gerade in der Oper leisten – besser: man ist sogar dazu verpflichtet –, damit die Musik als Element ein viel stärkeres Gewicht bekommt. Schließlich trägt die Musik schon von sich aus so viel Atmosphäre. Insofern kann auf die Mündigkeit des Zuschauers vertraut werden und sich das dramatische Geschehen in erster Linie auf die Sprache, den Gesang und die Körpersprache fokussieren.YG Bei diesem Stück kommt noch hinzu, dass das Gebäude von Herrschaft, von gebauter Architektur sowieso nur im Hintergrund steht, denn wir haben festgestellt, dass die Personen ihr eigenes inneres Gehäuse mitbringen und diese permanent aufeinander prallen.CL In unseren Gesprächen war schnell klar, dass die Themen Schlaf und Traum sehr wichtig für unsere Beschäftigung mit dem Stück werden. Gennaros Satz im Prolog „Ich sehe, im Wachen wie im Träumen, immer die Mutter vor mir“ („Seco dormente o vigile, seco favello ognor“) und die Unlogik, wie man sich selbst Traumsequenzen baut, das hat für uns viel geklärt in der Form, wie man Szenen verschachtelt oder nebeneinander setzt.YG Und dass man keine Entwicklung behauptet, sondern dass es wirklich Sprünge gibt, die mit Traumlogik zu tun haben. Vor den Proben schien uns vor allem der Prolog besonders somnambul, wie in einem Zwischenreich von Traum und Schlaf...CL Wobei ich jetzt während der Proben entdecke, dass sich dies auch weiter durch das Stück zieht. Im Prolog werden die Themen vorgestellt: Die merkwürdige Unorientiertheit dieser traumatisierten jungen Männergeneration zum einen, zum anderen, als nächstes großes Thema, Lucrezia Borgia, die auftritt und sozusagen dem Publikum erklärt: „Ich möchte eine andere werden und alles, was Sie bisher über Lucrezia Borgia geglaubt haben zu wissen, dagegen möchte ich ankämpfen.“ Aus diesen beiden Richtungen entsteht letztlich die Spannung für die ganze Spielhandlung, in der dann der Duca wie eine Joker-Figur dazu kommt, was eigentlich nur einen Umweg innerhalb der Stringenz der Handlung bedeutet. Denn die Handlung könnte eigentlich vom Prolog direkt zum zweiten Akt gehen. Die Episode, dass der Duca Gennaro verhaften lässt, dass Gennaro schon einmal vergiftet wird, ist letztlich ein Weg, um noch einmal Positionen zu schärfen.YG Es hätte am Ausgang nichts geändert...CL Lucrezia hätte auf jeden Fall am Ende alle töten lassen, als Rache für die Verletzungen aus dem Prolog.YG Nicht das Abreißen des Buchstaben „B“ ist der Hauptmotor der Handlung, sondern die Verletzungen, von denen im Prolog die Rede ist. Der erste Akt kann also als eine Art Zwischenhandlung bezeichnetwerden; Prolog und zweiter Akt können auch für sich stehen. Das ist dann wieder der Konstellation der klassischen Zwei und dem hinzu kommenden Dritten geschuldet. Aber das ist auch die Beruhigung:Es gibt bekanntere Orte in der Oper und unbekanntere, und damit arbeitet Donizetti, indem er teilweise im Klischee ist und es teilweise verzerrt.CL Der Untertitel Melodramma ist erstaunlich. Dadurch, dass manche Szenen Opera buffa-Elemente in sich tragen, reicht diese Bezeichnung nicht aus. Melodramma umfasst das gar nicht. Es ist nicht diese typische romantische italienische Oper, die ja eigentlich auch humorlos ist, was nicht abwertend ist, sondern die Definition an sich meint. Dieses Stück verweist vielmehr auf das, was Verdi immer gesucht hat – wie in Forza del destino, beispielsweise die komischen Auftritte von Fra Melitone, wo er Figuren auftreten lässt, die man eigentlich nicht in einer ernsten romantischen Oper findet und die hier auf einmal ihren Platz finden. Das ist bei Lucrezia Borgia zwar nicht bei den Hauptfiguren der Fall, aber es gibt Episodenfiguren, die eindeutig aus einem anderen Genre kommen und nicht aus dem italienischen tragischen Melodramma.YG Für mich ist es eine große Freude, das zu entdecken. Es wird ja selten gespielt – am Münchner Nationaltheater zuletzt 1897 –, so dass man denken könnte, das ist eine der alten Opernscharteken... Stattdessen ist es aber ein ganz aufgerissenes, zerklüftetes, modernes Werk. Dass man in dieser Oper um das Genre herumgehen kann, während man sich darin befindet und es gleichzeitig thematisiert. Auch die große Opernheldin tritt ganz leibhaftig auf und wird gleichzeitig betrachtet und immer wieder umgeschrieben und anders beschrieben.CL Was mich ästhetisch interessiert, also dieses reduzierte Erzählen in optischer Hinsicht, lässt sich bei diesem Stück auch wieder ganz gut verbinden mit dem, was mich sonst immer interessiert, sprich: Was ist das Wahre, was ist das Falsche in solch einem seltsamen Gebilde wie Oper und Musiktheater.Indem man sich bewusst dem Falschen stellt und das Falsche ausstellt, das, was eben künstlich ist, und sich damit beschäftigt, nähert man sich auch zutiefst eigentlich wieder einer Wahrheit. Und das habe ich auch aus diesem Stück herausgelesen. Darum ist für mich das Thema die Suche nach den Identitäten, welche die Figuren alle durchmachen: ganz eindeutig bei Lucrezia, die es auch so benennen kann; Gennaro, der auf der Suche nach seinen Ursprüngen ist, sich auf die Suche nach der Mutter begibt und dadurch mehr über sich selbst erfahren möchte, was am Ende auch der Fall ist. Selbst den Duca kann man als eine Figur sehen, die sich in verschiedenen Rollen ausprobiert, zum Beispiel als der eifersüchtige Ehemann, den er aber auch nicht glaubhaft gibt, sondern nur als Schablone spielt.YG Als würde er einen Geschmack testen, wie es sich anfühlt, so oder so zu sein. Aber richtig glücklich ist er eigentlich mit keiner Rolle.CL Er landet halt dann doch beim Diktator. (lacht)YG Wenn man das so denkt, ist das Ende pessimistisch: der eine wird zum Diktator, die andere wird doch wieder die Mörderin. Es gibt ja oft das Happy End in der Oper, zumindest was die Erlösung immerhin im Tod betrifft – das wird hier alles nicht angeboten. Es gibt keine Aussicht darauf, dass man sich fröhlich wieder findet, gemeinsam vereint.CL Insofern kann das Stück als unheimlich realistisch gesehen werden, weil es nicht erlösend ist. Und in diesem Todesschluss, wie wir ihn ja lesen, ist es auch kein Tod, in dem sich tatsächlich noch mal Mutter und Sohn näher kommen, sondern er entzieht sich wieder. Er ist immer jemand, der gerne Tatsachen haben möchte, aber in dem Moment, wo ihm die Tatsachen näher rücken, findet er Ausweichmanöver, um den Boden der Tatsachen auch wieder zu verlassen. So wie der Tod – darum finde ich es auch schön, dass wir Genaros Todesarie mit reingenommen haben –,denn das ist schon auch sein Ich, im Sinne von: „Ich habe mich verirrt auf der Erde und ich gehöre eigentlich auch nicht auf die Erde.“ Das klingt vielleicht ein bisschen pathetisch, aber es ist doch der Weg, den er für sich gefunden hat. Er hat sich schließlich auch diesen seltsamen begleitenden Freund Tod, diesen Maffio Orsini, ausgesucht und in dessen Nähe will er sich immer aufhalten.YG Ich wollte noch einmal auf die Begegnung von Mutter und Sohn zurückkommen. Diese Begegnung findet nicht am Schluss, in der Todessekunde statt, sondern schon im Prolog, in der Schlafsekunde sozusagen, in der Traumsequenz.CL Das ist eben eine der Traumsequenzen des Prologs. Man hat das Gefühl, auf der Bühne befindet sich der schlafende Gennaro, der von seiner Mutter träumt, und auf die Bühne tritt eine Frau, die von einem Dasein träumt, das ein ganz anderes ist als das, was sie führt, nämlich von dem Dasein einer liebenden Mutter. In dieser Sequenz komponiert Donizetti eine Musik, die diese Mutter-Sohn-Beziehung plötzlich in einen Moment hineinführt, den die beiden so nicht miteinander erlebt haben, aber nach dem sie sich so sehr sehnen. Dass das unschuldige und hilflose Kind sich an die Mutter klammern kann und die Mutter, außer, dass sie diesem Kind Liebe geben kann, keine andere Pflicht im Leben hat und keine weitere Verpflichtung im Leben spürt, als nur das zu sein. Das nur Mutter-Sein und nur Sohn-Sein, fast wie in einer Welt, in der man alles Andere ausblenden kann. Beide halten sich da in einem ganz gefährlichen Bereich auf, aus dem beide auch wieder gerissen werden.YG Sie treffen sich in dem, was sie beide gerade nicht sind. Er ist niemals Sohn gewesen und sie ist niemals Mutter gewesen. Und da gibt es eine Begegnung. Das ist schon sehr merkwürdig.CL Und trotzdem muss man diese Begegnung so ernst nehmen, weil es besonders für Lucrezia so bedeutungsvoll ist. Es ist noch viel grausamer nach dieser Begegnung – sei es, dass sie dies nur im Traum erlebt hat –, aber dann, in dem Moment, wenn man plötzlich wieder in diese Rolle der verhassten Frau Lucrezia Borgia zurückgeworfen wird, dass das umso mehr eine Verletzung ist, als wenn man dieses Glücksmoment vorher nicht gefunden hat. Man kann ja immer nur in Relation Dinge für sich auch benennen. Man kann ja immer nur Unglück empfinden, wenn man vorher glücklich war.YG Dramaturgisch interessant ist, dass dieses Glückmoment so weit vorne liegt und nicht ganz am Schluss. Das Leiden beginnt also schon sehr früh. Weil der Höhepunkt schon sehr früh liegt.Lass uns noch über den Borgia-Mythos sprechen, inwieweit uns die historischen Begebenheiten und die historische Lucrezia interessiert haben.CL Die historische Lucrezia weniger – für mich war interessant zu fragen, welchen Einflüssen tatsächlich eine Frau in der Renaissance in der Position ausgesetzt war. Es ist nun mal ein Stück über eine einsame Frau gegenüber einer großen Anzahl von Männern. Es gibt keine zweite Frauenfigur, nicht einmal die übliche Vertraute, diese lady-in-waiting, sondern sie ist tatsächlich ganz schutzlos auf sich allein gestellt. Es hat mich interessiert, wie einsam die historische Lucrezia war, welchen Pflichten sie sich zu beugen hatte – welche Männer sie heiraten musste, welche Männer ihr wieder weggenommen, weggemordet worden sind – und sich damit zu beschäftigen, wie viel Mut und Kraft man letztlich in solch einer offiziellen Rolle aufbringen musste, um zu bestehen. Sowohl die Macht, die sie umgab, als auch – und hier schlagen wir die Brücke zur Opernfigur – die Legenden, die sich bereits zu Lebzeiten um sie gebildet haben. Einfach aufgrund der Familie, aus der sie stammt. Und auch wie viel sie aushalten musste als eine Frau, die weiß, welch schlechte Reputation sie hat. Bei Hugo oder in der Oper von Donizetti, glaube ich, muss man noch einen Schritt weiter gehen: Es geht um eine Frau, von der man nicht nur erzählt, dass sie eine Giftmörderin ist, sondern sie ist es tatsächlich. Was wir von der historischen Lucrezia nicht genau wissen, wo sich sogar viele Forschungen jetzt dafür aussprechen, dass sie das nicht war. Aber in der Oper ist sie es. Wenn sie sinngemäß zu ihrem Mann sagt: „Pass auf, ich habe schon vier Ehemänner um die Ecke gebracht“ – das ist schon ziemlich eindeutig.YG Insofern eignet sie sich auch nicht, um die mitleiderregende Geschichte einer armen liebenden Mutter zu erzählen, die auf der Suche nach dem verlorenen Sohn ist.CL Es handelt sich um ein Monster, zwar nicht ausschließlich, aber auch. Wobei es, glaube ich, so wie bei Hugo, Donizetti und später auch Verdi, gar nicht darum geht, dass das Monster unbedingt Mitleid erregen soll, sondern man möchte es einfach nur zeigen.YG Vor allem, dass beides gleichzeitig da ist. Es gibt die Liebe und es gibt den Schrecken, und es lässt sich beides nicht integrieren.CL Das ist sicher auch das Fatalistische an dem Stück. Man kommt immer wieder dahin, dass im Stück Sehnsucht seinen Platz und seine Berechtigung hat und damit auch der große Begriff Liebe, und zwar sogar eine sublimierte Form von Liebe, nicht die Liebe eines sich liebenden Paares, sondern die Kindesliebe, die Mutterliebe. Und dass das tatsächlich auch in einer Person gemeinsam verankert sein kann, zusammen mit einem Gefühl von Rache, mit einer irrationalen Lust an Grausamkeit.YG Und all das spielte bei uns dann auch in die Kostüme hinein.CL Eine Sache war schnell klar – vor allem weil man gemerkt hat, dass es mit der historischen Lucrezia sowieso nichts zu tun hat –, dass es einem Stück wie diesem auf keinem Fall helfen würde, eine historische Beglaubigung für die Figuren zu schaffen, weil es gar nicht um eine historische Beglaubigung gehen kann, da es sich in erster Linie um eine poetische Erfindung handelt. Eher interessant ist, Zeichen zu finden, die etwas erzählen, was zu tun hat mit der Tristesse einer jungen Generation, was zu tun hat mit Mythenbildung, mit unseren Versuchen, wie Lucrezia Borgia aussehen kann und dass man hier verschiedene Modelle durchspielt, parallel zu dem Vorgang der Frau selbst, sich immer auf verschiedene Weisen neu zu formulieren und neu darzustellen, und dass sich dies überkreuzt. Und da mit einer großen theatralischen Lust und Freiheit ranzugehen. Als Ausgangspunkt hatten wir als Bühne eine Art Shakespeare-Bühnenbrett. Darüber versuchen wir von Situation zu Situation, von Szene zu Szene zu gehen, wie wenn man mehrere Einakter nebeneinander setzt, die dann wiederum ein Kaleidoskop ergeben.Das hat uns in der ganzen Ästhetik, auch was die Kostüme angeht, beschäftigt.YG Das kann man zum Beispiel auch bei den Männern sehen, die sowohl mit ihren kurzen Hosen in der Kinderwelt Platz finden, als auch, sobald die Hosen länger geworden sind, in der Erwachsenenwelt. Und die festen Schuhe könnten aus der Soldatenwelt kommen, in der sie sich ja auch aufhalten. All das spielt mit im Kostüm, der Spielcharakter ist vor allem wichtig. Es gibt keine feste, fixierte Realität. Es gibt keinen Boden, sondern alles ist immer und jeweils neu.CL Die Darsteller definieren den Spielort immer neu, und auch jede Figur, die innerhalb einer Szene wieder neu auftritt, hat, genauso wie der Darsteller, das Recht, uns in einer anderen Szene mit einem vollkommen neuen Aspekt zu überraschen. Auch wenn wir als Zuschauer geglaubt haben, eine bestimmte Figur in der ersten Szene so und so gesehen zu haben. Es herrscht eine gewisse Anarchie des Darstellungsstils und ist meiner Meinung nach Voraussetzung, um einer tieferen Wahrheit des Daseins näher zu kommen. Figuren wie der Duca können durchaus im ersten Augenblick daherkommen wie eine Opera buffa-Figur, als gehörnter Ehemann, der fast aus meiner Turco in Italia-Produktion stammen könnte, in der – und das ist wiederum der Unterschied zu Lucrezia Borgia – man jedoch als Zuschauer weiß, dass man selbst in den Momenten, in denen man plötzlich in einen Ernst kippt, immer noch behütet ist. In der Welt von Lucrezia Borgia ist man als Zuschauer nicht mehr unbedingt behütet. So nutzt man eigentlich die Spanne zwischen Groteske und Tragik, um der Absurdität von Leben noch näher zu kommen.

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  35. König Lear

    Residenztheater · München · Theater

    von William Shakespeare

    Der Münchner Publikumsliebling und Ausnahmeschauspieler Manfred Zapatka in einer der ganz großen Titelfiguren William Shakespeares: König Lear. Es ist die Charakterstudie eines alternden, unberechenbaren Patriarchen und Tyrannen. Der launische Herrscher beschließt in einem Akt von Willkür, von heute auf morgen als König abzudanken und sein Erbe stattdessen an die nächste Generation weiterzugeben. Dafür will er das Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen. Einzige Bedingung: Sie sollen öffentlich ihre bedingungslose Liebe zu ihm beteuern. Es entbrennt ein Wettbewerb der Schmeicheleien, dem sich die Jüngste, Cordelia, verweigert. Von seiner Lieblingstochter enttäuscht, verbannt Lear Cordelia und übergibt sein Reich an die beiden älteren, Goneril und Regan. Parallel dazu spiegelt sich Lears Schicksal im Hause Glosters: Dort spinnt Glosters unehelicher Sohn Edmund eine perfide Intrige gegen seinen rechtmäßigen Bruder Edgar, um sich das Erbe des Vaters zu sichern. Was in beiden Familien zunächst als Streit um die Nachfolge beginnt, entfaltet sich zu einer Tragödie von sprachlicher wie szenischer Wucht, die im Gesamtwerk Shakespeares ihresgleichen sucht. Als ein König ohne Macht und Land, verstoßen von den eigenen Kindern, bleibt Lear nur mehr die Flucht in den Wahnsinn und die Dunkelheit eines aufziehenden Unwetters – Mensch und Natur werden eins, der Sturm wird zum Spiegel von Lears innerem Leid und ist zugleich Vorbote dessen, was Lear und der Welt bei Shakespeare noch bevorsteht. Nach »Romeo und Julia« inszeniert Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach ein weiteres großes Shakespeare-Drama – ein schonungsloser Generationenkonflikt, ausgetragen auf höchster politischer Ebene und auf dem Rücken Unschuldiger.

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  36. Tide

    Bühne 2 · München · Theater

    Ein Tanztheaterstück

    Ein und Aus. Vor und zurück. Wie ein Wellengang hebt und senkt sich die Atmung. Mal schneller, mal langsamer. Nicht nur im Menschen, sondern in allem findet sich eine eigene Atmung, ein eigener Rhythmus. Sei es in der Natur oder in den Gezeiten der Zivilisation. Was geschieht, wenn man für diese allgegenwärtige Atmung eine Wahrnehmung entwickelt? Welche Elemente werden im Strom der Dinge übersehen? Und wie können wir die Fluten der Ereignisse aufhalten um Neues sichtbar zu machen? Diesen Fragen gehen Sophie Haydee Colindres Zühlke und Serhat "Saïd" Perhat in ihrer neuen Produktion auf die Spur. Nach ihrem erfolgreichen Tanztheaterstück "Grey" begeben sie sich gemeinsam mit ihrem Ensemble auf eine Forschungsreise der individuellen und kollektiven Gezeiten. Urbaner Tanz trifft auf experimentelle Formen; organische Bewegungslinien auf harte, akrobatische Elemente. Aus unterschiedlichen tänzerischen Kontexten werden die Körper der Performenden dabei zu eigenen Resonanzräumen, mit denen die Gruppe einen Bewegungsfluss kreiert. Dieser folgt mal persönlichen Transformationen, mal gesellschaftlichen Dynamiken. Die einzelnen Tänzer*innen schwimmen darin mal gegen den Strom oder aber sie lassen sich von ihm tragen.

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  37. Bavarian Burlesque Festival

    Silbersaal · München · Show

    Das Bavarian Burlesque Festival geht in die nächste Runde. In unterschiedlich besetzten Shows entführen internationale Burlesque-Stars in die Welt der Sinnlichkeit und Fantasie. Mit seinen prächtigen Kronleuchtern, Stuck und Spiegeln formt der Silbersaal als barockes Schmuckstück von 1896 das perfekte Ambiente für dieses facettenreiche Bühnengenre. Bühne frei für Glitzer, Glamour und Verführung. Kaum eine Bühnenkunst ist so vielfältig wie Burlesque. Die Urform des Striptease verpackt die Kunst der Verführung auf vielerlei Art und Weise: ob erotisch, elegant, geheimnisvoll, explosiv, augenzwinkernd oder urkomisch – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nicht nackte Tatsachen stehen im Vordergrund, vielmehr sind es das Teasen, das Spielen mit dem Publikum, die ausgefallenen Kostüme, die Musik und nicht zuletzt die Geschichte, die jede einzelne Darbietung zu erzählen hat. Als Headliner des diesjährigen Festivals werden sich mit Cleopantha, UK, und Albadoro Gala, Italien, zwei internationale Top-Performerinnen die Ehre geben. Die drei Shows versprechen ein wahres Feuerwerk burlesker Bühnenkunst – jedes Mal mit einem neuen, einzigartigen Programm. Neben den glamourösen Headlinerinnen präsentieren zahlreiche internationale Burlesque-Stars ihre ganz individuellen Interpretationen dieser sinnlichen Kunstform. Energiegeladen und authentisch interpretiert die Italienerin Albadoro Gala die Kunst des Burlesque. Ihre Darbietungen gleichen exquisiten kulinarische Kreationen, in denen Sinnlichkeit, Augenzwinkern und explosive Energie mit Präzision und Raffinesse verschmelzen. Die Britin Cleopantha ist eine international renommierte Burlesque-Künstlerin mit bunten kulturellen Wurzeln. Über das Modeln entdeckte die professionelle Tänzerin die schillernde Welt der Strasssteine, der Federn, des Glitzer und des Glamour für sich. 2022 belegte sie Platz drei unter den „Most Influential Burlesque Artists“. Moderiert wird die Thursday Opening Night mit Witz und Charme von Gisela Kloppke unserer bearded Lady aus Berlin. Durch die Saturday Night Gala und das Best of Festival am Sonntag führt Sandy Beach, „La Mama“ of German Burlesque. Sinnlichkeit und Verführung sind garantiert!

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  38. Bye Bye Lolita

    Cuvilliéstheater · München · Theater

    nach dem gleichnamigen Roman von Lea Ruckpaul für die Bühne bearbeitet von Lea Ruckpaul und Nora Schlocker

    Vladimir Nabokovs Roman »Lolita« aus dem Jahr 1955 wurde ein Bestseller, wenn auch ein umstrittener. Kontroversielle Diskussionen um Pornografieverdacht und Publikationsverbot auf der einen und Faszination für die literarische Finesse auf der anderen Seite begleiten ihn seit dem Erscheinen. Auf seine zum zweifelhaften Mythos gewordene Titelfigur blickte der Autor durch die Augen ihres Stiefvaters. Lea Ruckpaul lässt in ihrem erfolgreichen Debütroman Dolores Haze überleben und erzählt die Geschichte des jahrelangen Missbrauchs rückblickend mit der Analysefähigkeit der erwachsenen Frau, die nicht einseitig als Opfer verstanden werden möchte. »Ich bin nicht tot. Ich bin durch alle Zeiten gereist. Ich will keine Zuwendung und ich will keine Wiedergutmachung. Ich will Autonomie.« Anders als in Vladimir Nabokovs Roman aus dem Jahr 1955 lässt Lea Ruckpaul, Ensemblemitglied am Residenztheater, die Figur Lolita in ihrem Romandebüt nicht nur überleben, sondern auch selbst zu Wort kommen. Mit der Wut des Kindes, dem niemand geholfen hat, und der Analysefähigkeit der erwachsenen Frau erzählt Dolores Haze – so lautet Lolitas eigentlicher Name – vom jahrelangen sexuellen Missbrauch durch ihren Stiefvater Humbert Humbert. Sie legt schonungslos Zeugnis ihres eigenen Lebens ab; sie schildert die Beziehung zu ihrem Täter von der ersten Begegnung im Haus der Mutter bis zu ihrer letzten, lange nachdem ihr die Flucht gelungen ist. Sie beschreibt detailliert die unzähligen Tage und Nächte in Motels auf der Odyssee durch Amerika, auf der sie ständig mit dem übergriffigen Mann um Macht und Zuneigung ringt, als Waise vollkommen auf sich gestellt. Damit setzt Ruckpaul Nabokovs Bestseller – der seiner Titelfigur zwischen Pornografieverdacht, Publikationsverbot und Faszination für seine literarische Finesse zum Status eines durchaus zweifelhaften Mythos verholfen hat – einen radikalen Perspektivwechsel entgegen. Die Uraufführung inszeniert Hausregisseurin Nora Schlocker, die mit Lea Ruckpaul bei »Prima Facie« bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat. Das Stück schildert explizit die sexuelle Gewalt eines erwachsenen Mannes an einem 12-jährigen Mädchen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne unter besucherservice@residenztheater.de.

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  39. Tatort Mittelmeer

    Bühne 1 · München · Literatur

    TV-Ermittler*innen berichten über Menschenrechtsverbrechen auf dem Mittelmeer

    Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Jährlich sterben Tausende Menschen an Europas Außengrenze bei dem Versuch in Sicherheit zu gelangen. Im Sinne der Abschottung Europas lassen die EU und ihre Mitgliedstaaten die Schutzsuchenden wissentlich im Stich. Die Zahl der Rechtsbrüche und Menschenrechtsverletzungen nehmen zu, seit 2014 sind über 35.000 Menschen ertrunken: Das Mittelmeer ist nicht nur Massengrab, sondern auch Tatort. Tatort Mittelmeer ist eine szenische Lesung, die jährlich an wechselnden Theatern aufgeführt wird. In diesem Oktober macht sie Station am Münchner Volkstheater. Bekannte Schauspielende, die u. a. als TV-Ermittelnde aus der Kriminalfilm-Reihe Tatort bekannt sind, lenken bei dieser Veranstaltungsreihe den Fokus auf einen anderen Tatort: das Mittelmeer. Mechthild Großmann, Rosalie Thomass, Carlo Ljubek, Carol Schuler und Daniel Sträßer lesen von SOS Humanity aufgezeichnete Erfahrungsberichte von Geretteten sowie Rettenden und Dokumentationen von Rechtsbrüchen auf dem Mittelmeer. Mit der Lesung Tatort Mittelmeer soll vor allem die Stimme jener verstärkt werden, die kaum jemand hört: Menschen auf der Flucht. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der 2015 den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte erhielt. SOS Humanity setzt sich für eine Welt ein, in der die Menschenrechte aller gewahrt werden. SOS Humanity steht für Menschlichkeit auf See und an Land. Der Verein engagiert sich seit 2015 dafür, dass kein Mensch mehr auf der Flucht ertrinken muss und jeder mit Würde behandelt wird. Die Szenische Lesung Tatort Mittelmeer soll mehr Aufmerksamkeit auf die seit Jahren andauernde humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer lenken und Anlass bieten, Spenden für die lebensrettenden Einsätze der Rettungsschiffe von SOS Humanity zu sammeln. Tatort Mittelmeer ist eine Veranstaltung der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS Humanity mit dem Münchner Volkstheater.

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  40. Wenn Bühne auf Leben trifft

    Silbersaal · München · Musical

    Wenn Bühne auf Leben trifft ist kein klassischer Liederabend mit den beiden Musicalstars Jan Ammann und Lisa Habermann. Es ist ein musikalischer Abend im Silbersaal über Rollen und über das Leben dazwischen. Über Nähe, Fantasie und die Kunst, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Und über Musik, die nicht in eine andere Welt fliehen lässt – sondern genau dorthin zurückführt, wo wir gerade sind. Mit Musik, Witz und einem liebevollen Augenzwinkern erzählen Jan Ammann & Lisa Habermann von ersten Liedern und großen Rollen, von hohen Tönen und Momenten, die „gerade noch machbar“ waren. Sie chatten per WhatsApp, obwohl sie im selben Raum sitzen. Sie fragen sich, wer es eigentlich schwerer hatte – und was gewesen wäre, wenn einer von ihnen gar kein Sänger geworden wäre. Oder wenn sie sich nie begegnet wären. Zwischen bekannten Musicalhits, Medleys und überraschenden musikalischen Momenten entsteht ein Abend, der bewusst mit Erwartungen spielt. Mal komisch, mal zärtlich, mal unbequem ehrlich. Eine Jam Session wird zur lebendigen Jukebox, Zugaben entstehen spontan, das Publikum wird Teil des Geschehens. Alles live, alles nahbar – begleitet nur vom Piano. Dafür bietet der Silbersaal den idealen Rahmen.

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  41. Jam Session

    Unterfahrt · München · Konzert

    Der Saxofonist Maxim Frischmann bittet zur Session – inspirierte Einsteiger sind wie immer herzlich willkommen. Vielleicht sollten sie sich im Vorfeld mit der Musik des Wahl-Berliners vertraut machen. Die peppt Modern Jazz mit Gegenwarts-Beats und elektronischen Klangfarben auf, frisiert swingende Passagen, in dem sie Grooves als Turbo nutzt. Maxed Out heißt das Quartett, mit dem Maxim Frischmann seinem Nachnamen gerecht wird. Was er mit seinen Gefährten spielt, klingt unverbraucht und auf unangestrengte Weise neu.

    Tickets verfügbar

  42. Sternbrücke Forever

    Werkstattkino · München · Kino

    Deutschland 2026. Regie: CHRISTIAN HORNUNG. HD Digital. 98 Min. Erstaufführung. Die alte Sternbrücke im Hamburger Schanzenviertel ist Geschichte. Der Film porträtiert das Leben an und unter der Brücke – wie es einmal war und wie es zu Ende ging. Eine warmherzige Liebeserklärung an ein Bauwerk und seine Menschen und ein wütender Kommentar zur Stadtpolitik. Mehmet verkauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk und Stefan repariert Autos. Und jedes Wochenende strömen junge Menschen in die Clubs unter der Sternbrücke – einer über hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke. Doch ihre Zeit hier läuft ab: Die Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden. Was folgt, bewegt ein ganzes Viertel. Denn die Pläne werfen Fragen auf, die aus Städten weltweit bekannt sind: Wer gestaltet die Stadt? Und ist noch Platz darin für Subkultur und für bezahlbares Leben? (filmfesthamburg.de)

    Nur Abendkasse

  43. Wohin Mit Mir?

    Werkstattkino · München · Kino

    Deutschland 2026. Regie: MARVIN MENNÉ. HD Digital. 82 Min. Originalfassung (deutsch, arabisch, paschtunisch) mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung. Ein syrischer und ein afghanischer Flüchtling leben in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Deutschland im permanenten Wechselspiel zwischen Hoffen und Mutlosigkeit. Beide sind bei Erreichen der Volljährigkeit von der Abschiebung bedroht, zugleich sollen sie bis dahin alles für ihre Integration tun. Der Dokumentarfilm folgt beiden ein halbes Jahr und stellt einem entmenschlichenden Diskurs das einfühlsame Porträt zweier junger Menschen entgegen, um zu zeigen, welche konkreten Folgen die Migrationspolitik für ihr Leben hat. Dabei begegnet der Film den Protagonisten, aber auch den Sozialarbeiterinnen in der WG mit dezenter Empathie und hält den Ernst ihrer Lage stets präsent. (Filmdienst)

    Nur Abendkasse

  44. Impact Musik Kollektiv

    Import Export · München · Vortrag

    Analoge und digitale Musikmaschinen, Effektgeräte, geloopte Stimmen, Alltagssounds und retrospektive Synthesizer bieten die spielerische Grundlage für lautstarke Experimente. Lerne die Geräte des IMPACT Studios kennen, bringe dein eigenes Instrument und entwickle musikalisch-technischen Fertigkeiten im Kollektiv. Wie kreierst du Szenenmusik oder Sounddesigns zu Performances und Texten, wie spielt eine elektronische Band live, wie lässt sich digitales und analoges Komponieren verbinden, sind die Fragen, die wir uns dieses Jahr in einer festen Gruppe stellen. Zur regelmäßigen Teilnahme solltest du musikalische Erfahrung und Interesse an Technik haben. Interessiert? Dann schick uns bitte eine Mail an: workshop@import-export.cc 18:30 – 21:00 Teilnahme kostenfrei! Regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung! Anmeldung erforderlich! ab 18 Jahren Hast du irgendwelche Bedürfnisse oder Fragen, um gut an diesem Angebot teilnehmen zu können? workshops@import-export.cc Dozentin: Freischaffende E-Komponistin, Bühnenmusiker, Performer, DJ* Kim Ramona Ranalter alias Kim_Twiddle (dey/deren) komponiert, produziert und performt Bühnenmusik und Sounddesigns für Theater-/Tanzstücke, elektronische Live Acts und multimediale Installationen mit Fokus auf Live-Darbietung ihrer Musik. 2011 bis 2014 arbeitete sie bei IMAL Musiktheater als Dozentin für Audiotechnik, Arrangement und Musikproduktion. Seit 2015 gibt sie regelmäßig Kurse in DJing & Live-Komposition. 2023 hat sie Studio_Störfrequenz* in München eröffnet, einen Probierraum und Studiotreff für FLINTA* DJs und Musikschaffende mit diversen Workshop-Programm. IMPACT ist ein Projekt von Kunstzentrat e.V. Mit freundlicher Förderung vom Kulturreferat der LH München

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  45. Impact Theater Offen

    Import Export · München · Vortrag

    Raus aus der Distanz, rein in den Kontakt. Begegnung in Bewegung, in Blicken und Worten, mal frei improvisiert, mal mit Texten in der Hand. Von der Comfort-Zone in die Konfetti -Zone, wo authentischer Kontakt entsteht. Im Moment ankommen, sich in sein Gegenüber einfühlen und das, was zwischenmenschlich passiert, zulassen. Den Mut-Muskel trainieren, vielleicht sogar ein paar innere Hürden und äußere Masken fallen lassen. Jede*r im eigenen Tempo. Mit einfachen schauspielerischen Mitteln, für die keine Vorerfahrung nötig ist. 18:30 – 20:30 Teilnahme kostenfrei! Einstieg jederzeit möglich! Keine Vorerfahrung nötig! ab 18 Jahren Hast du irgendwelche Bedürfnisse oder Fragen, um gut an diesem Angebot teilnehmen zu können? workshops@import-export.cc Dozentin: Barbara Galli-Jescheck ist freischaffende, international vernetzte Choreografin, Tänzerin und Kulturvermittlerin. Sie leitet künstlerische Projekte, u.a für das Dance Festival München, Fokus Tanz e.V und für die Schauburg – Theater für junges Publikum. 2020 wurde sie als Stipendiatin im Fachbereich Tanz an der Akademie der Kulturellen Bildung Remscheid gefördert. 2021 war sie Choreographic Advisor für die interdisziplinäre Komposition »hide to show« von Michael Beil für das Nadar Ensemble (Belgien). Im Kollektiv Galli | Lindner | Paschke | Voigt entwickelte sie die Perfomance »playing places«, die im Rahmen vom ThinkBig! Festival 2022 und im Juli 2023 aufgeführt wurde. Aktuell tanzt sie im Stück »Ich war das nicht« von Sabine Karb mit und choreografiert für die Vernissage der Ausstellung »Upgrade« in der Galerie Bezirk Oberbayern das Solo »Lipstick«. Dozent: Philipp Jescheck *1982, ist freischaffender Theaterregisseur und realisiert zeitgenössische Theaterarbeiten sowie partizipative Theater- und Performanceprojekte. Er studierte Theaterwissenschaften, Psychologie und interkulturelle Kommunikation an der LMU in München, war Regieassistent bei den Salzburger Festspielen und am Münchner Volkstheater. Als Hausregisseur gründete er dort den Theaterjugendclub. Seit über 10 Jahren arbeitet er sowohl in der Freien Szene München als auch an festen Häusern in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz. Aktuell ist Philipp Jescheck u.a. am Theater Konstanz, den Vereinigten Bühnen Bozen, dem Teamtheater München, Theater an der Effingerstrasse Bern, am Tiroler Landestheater Innsbruck und dem Theater Spagat in München tätig. IMPACT ist ein Projekt von Kunstzentrat e.V. Mit freundlicher Förderung vom Kulturreferat der LH München

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  46. Hagen Rether – Liebe

    Theatersaal · München · Comedy

    „Wir können die Welt nicht retten? Ja, wer denn sonst?“ Es ist kein klassisches Kabarett, was Hagen Rether seinem Publikum serviert, sondern eher ein assoziatives Spiel, ein Mitdenk-Angebot. Auch in diesem Jahr kehrt er mit seinem Programm LIEBE zurück. Der Kabarettist verweigert die Verengung komplexer Zusammenhänge und gesellschaftlicher wie politischer Absurditäten auf bloße Pointen. Auch das Schlachten von Sündenböcken und das satirische Verfeuern der üblichen medialen Strohmänner sind seine Sache nicht, denn die Verantwortung tragen schließlich nicht allein „die da oben“. In aller Ausführlichkeit verknüpft Rether Aktuelles mit Vergessenem, Nahes mit Fernem, stellt infrage, bestreitet, zweifelt. An zentralen Glaubenssätzen westlicher „Zivilisation“ rüttelt er gründlich, sogenannte Sachzwänge gibt er als kollektive Fiktionen dem Gelächter preis. Mit überraschenden Vergleichen verführt er das Publikum zum Perspektivwechsel – zu einem anderen Blick auf die Welt, in die Zukunft, in den Spiegel, auch unbequemer Wahrheit ins Auge. Und er ruft dazu auf, dass wir uns von unserer vielfach instrumentalisierten Angst und Wut befreien. Rethers LIEBE ist tragisch, komisch, sch(m)erzhaft, ansteckend: Das ständig mutierende Programm mit dem immer gleichen Titel verursacht nachhaltige Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und stiftet zum Selberdenken und -handeln an. Bis zu dreieinhalb Stunden plädiert der Kabarettist leidenschaftlich für Aufklärung und Mitgefühl, gegen Doppelmoral und konsumselige Wurstigkeit: Wandel ist möglich – wenn wir wollen.

    ab 29,00 €

  47. Open Stage

    Lost Weekend · München · Konzert

    HOW TO SIGN UP Sign-up Window: 19:15 – 19:45 (before the music starts). Process: Write your name and your Instagram handle on a slip of paper and drop it in the box. Everyone who plays gets tagged. Selection: 20 slots per night. Performance order is drawn from the box completely at random. YOUR SLOT Format: 1 Slot = 2 songs, up to 10 minutes maximum. Timing: Your time starts as soon as your name is called (setup included). Wrap it up when the host gives you the sign—anything past 10 minutes cuts into someone else’s time. Limit: Maximum 2 slots per night per singer (guest spots in other sets count toward this limit). NEED SOMETHING SPECIAL? Special Requests: If you need backing vocals, a bigger setup, or an early/late slot, let the team know early or note it on your paper slip. Contact: Ask for your host, Kerim, at the bar. The earlier you reach out, the more they can help. IT’S EVERYONE’S NIGHT. Got Good Pics From Tonight? Tap here and send them to us. Note: Photos are taken throughout the night. Slots cannot be guaranteed. Instagram: @OPENSTAGEMUC | @LOSTWEEKENDMUNICH Microphones, DI boxes and a Digital Piano are setup for everyone to use. Just come down on the night and let’s have some fun! Free entry

    Unlimitierte Kapazität

  48. Rilkes letzte Geliebte

    Saal & Stream · München · Literatur

    Lesung mit Julia Franck

    »Dich unglücklich zu wissen, hindert mich ebenso an meinem Leben, wie dich glücklich zu machen«, schreibt Rilke an Baladine Klossowska. Die deutsch-französische Malerin aus jüdischer Familie (und Mutter des späteren Malers Balthus) ist die letzte Liebe des berühmten Dichters. 1920 beginnt eine leidenschaftliche, bald ungleiche Beziehung: Sie sucht Nähe, er braucht Abstand und Ruhe zum Schreiben. Der letzte Brief, den Rilke vor seinem Tod schreibt, gilt ihr. In »Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte« (Pfaueninsel Verlag) formt Julia Franck (Deutscher Buchpreis für »Die Mittagsfrau«) aus dem Briefwechsel und biografischen Quellen ein hinreißendes literarisches Porträt. Im Rilke-Jahr wechselt sie die Perspektive: Nicht der Dichter, sondern die Malerin steht im Zentrum – als Künstlerin, Mutter, Liebende.

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  49. Spilif

    Milla · München · Konzert

    KONZERT Rapperin Spilif (*1989 in Innsbruck) entdeckte bereits im Deutschunterricht die Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort für sich. Seit über 10 Jahren schreibt die Österreicherin nun kontinuierlich ihre philosophischen, versöhnlichen, selbst- und gesellschaftskritischen, sowie Liebe transportierenden Texte. Seit 2018 präsentiert sie ebendiese als Rapperin auf diversen Festival- und Club-bühnen und nie als Poetry-Slammerin – denn die Leidenschaft zur Musik ist einfach zu groß. Gemeinsam mit DJ und Beatproduzenten Rudi Montaire spielte sie über 100 Shows und eröffnete Konzertabende für u.a. Jeru the Damaja, Lord Finesse, Goldroger, MC Rene, Johnny Rakete, uvm. Kennengelernt haben sich die beiden auf einer Jamsession in Innsbruck und nicht einmal fünf Tage danach entstand der erste gemeinsame Song „Let’s fall in love“, welcher die gemeinsame Liebe für den Hip-Hop symbolisieren soll. Nach ihrer ersten gemeinsa- men EP „Das Leben tarnt sich nur als Schnitzeljagd“ (2020via HHV), folgte mit „Geschichtsbücher“ (2020 via unserallereins) eine Single-Kooperation von Spilif mit Singer-Songwriter Jo Stöckholzer – mit dem sie Jahre vorher bereits schon live für eine Spaßaktion gemeinsam Lieder von Peter Alexander performt hatte und der mittlerweile ihr Manager ist. 2020 brachte die Tirolerin mit ihrem Heidelberger Beatkumpanen Rudi Montaire noch zwei Quarantäne Self-Releases raus – „Kunstquarantäne“ und „Dann eben noch einmal“. Auf den Aufruf der Innsbrucker Bäckerei – Kulturbackstube an die Kunst- szene, etwas über die Lockdowns der Kulturnation zu machen, entstand die Kooperation „Scheinwerferlicht“ mit Beatmund Noise. Bei der zweiten EP-Veröffentlichung „lost tracks“ (2021 via unserallereins) der Deutsch-Rapperin mit Rudi Montaire, hat man bekommen, was drauf steht – 5 fast verlorene Songs. Eine Sammlung aus Demos, welche die beiden 2019 aufgenommen hatten, die Arbeit daran aber aufgrund globaler Umstände auf Eis legen mussten. Der Titel bezieht sich also nicht nur darauf, dass diese Songs ohne Release verloren gegangen wären, sondern stand auch im Bezug zu Spilif (Innsbruck) & Rudi Montaire (Heidelberg) selbst. Aufgrund der Reisebestimmungen, konnten sich die beiden eine lange Zeit nicht sehen, verloren den persönlichen Kontakt und Auftrittsmöglichkeiten, da die Bretter die die Welt bedeuten nicht mehr zu betreten waren. Der positive Aspekt, verloren Geglaubtes wiederzufinden, ging aber weder auf der EP noch im echten Leben verloren. Mittlerweile wohnt Produzent Rudi Montaire ebenfalls in Innsbruck und ist der Bassist ihrer Live-Band. 2022 verewigte Spilif einen ihrer Texte auf einen Beat von Freund und Musikerkollegen Claptu. Es entstand die Single „Nazaré“ (2022 via unseraller-eins), welche als erste der Künstlerin in die Rotation des größten, österreichischen Alternative-Radiosenders ORF radio FM4 kam. Die Wortakrobatin kramte mit Rudi Montaire weiter in alten Schubladen, was zu weiteremMaterial für eine „lost tracks II“-EP führte, welche (2022 via unserallereins) digital und auf Vinylpostkarten (ausver- kauft) erschienen ist. Die ersten Vorab-Singles der EP „im Vorbeigeh’n“ und „Mikro- foncheck“ kamen ebenso wie die vorherige Single in die radio-FM4-Rotation. Als weiteren künstlerischen Schritt erfüllte sich die Cons- cious Rapperin einen lang ersehnten Wunsch: ein Album mit Band Das Debütalbum „irgendetwas das du liebst“ (Oktober 2023 via unserallereins) wurde zum großen Erfolg. Neben zahlreichen Airplays/Interviews/Rotationen in Radiosendern, sowie euphorischen Worten aus der Presse (hier- lang!), wurde Spilif für mehrere Preise nominiert, wie u.a. den größten Musikpreis Österreichs, den AAMA Austrian Amadeus Music Award, den Preis der deutschen Schallplattenkritik, … Derzeit spielt Spilif ausverkaufte Konzerte mit ihrer Band, die Vinyl-LP geht 8 Monaten nach VÖ bereits in die 2. Nachpressung und die CDs sind auch bereits ausverkauft. Und nicht nur das: Das 2. Album steht bereits in den Startlöchern! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~19.10.2026Einlass 20:00 // Beginn 20:45VVK: 27 € zzgl. Geb. // AK: 32 € // ermäßigte AK: 27 € Ermäßigt gilt für: Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte (die eingetragene Begleitperson hat freien Eintritt), Rentner:innen, Helfer:innen des Freiwilligen Sozialen Jahres sowie Teilnehmer:innen des Freiwilligen Ökologischen Jahres. ACHTUNG: Wir sind leider nicht barriefrei für Rollstuhlfahrer*innen!

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  50. Ariadne Auf Naxos

    Nationaltheater · München · Oper

    Richard Strauss

    Ist es möglich, das lustige Intermezzo „Zerbinetta und ihre Liebhaber“ und die tragische Oper „Ariadne“ gleichzeitig zu spielen? Ja, wenn man muss. Der reichste Mann von Wien will es nämlich so. Er will Crossover! U und E sollen gemischt werden – und es gelingt. Zur Freude des Publikums und zur Erkenntnis der Personen auf der Bühne.Eines der schönsten und klügsten Werke des großen Münchner Komponisten Richard Strauss in der feinsinnigen Inszenierung von Robert Carsen. Strauss-Glück pur! VorspielDie Aufführung der Opera seria „Ariadne auf Naxos“ wird vorbereitet. Der Veranstalter lässt bekannt geben, dass im Anschluss daran noch ein heiteres Nachspiel mit Tänzen gegeben werden soll. Der Komponist der Oper fühlt sich dadurch als Künstler verhöhnt; sein Musiklehrer ermahnt ihn, die Launen seines Auftraggebers dennoch hinzunehmen, um sein Honorar für seine Komposition nicht zu verlieren. Kurz vor Beginn der Vorstellung ändert der Veranstalter noch einmal seine Pläne: Nun sollen die Oper und die Komödie gleichzeitig gespielt werden, damit die Aufführung kürzer wird. Während der Komponist sein Werk lieber vernichten würde, rät ihm der Musiklehrer zu Kürzungen, um es zu retten, und der Tanzmeister verweist auf die Improvisationsfähigkeiten der Komödianten. Nur widerwillig lässt sich der Komponist darauf ein; erst eine persönliche Begegnung mit Zerbinetta, der Hauptdarstellerin der Komödie, lässt ihn die Sache mit anderen Augen sehen.OperDie drei Nymphen Najade, Dryade und Echo bedauern Ariadne, die von ihrem geliebten Theseus, dem sie das Leben gerettet hat, auf einer wüsten Insel zurückgelassen wurde und nun den Tod herbeisehnt. Vergeblich versuchen Zerbinetta und ihre vier Begleiter Harlekin, Brighella, Scaramuccio und Truffaldin, Ariadne aufzuheitern. Vor allem Zerbinetta, die unbekümmert von einem Liebhaber zum nächsten zu wechseln pflegt, erläutert Ariadne ausführlich ihre eigene Sichtweise zu den Themen Liebe und Treue. Da Ariadne keine Anstalten macht, sich dafür zu begeistern, gibt Zerbinetta auf; stattdessen bemüht sich nun jeder der vier Herren, Zerbinettas Gunst zu erringen und seine Rivalen loszuwerden. Nachdem Zerbinetta ihre Wahl getroffen hat, verkünden die drei Nymphen die Ankunft des Gottes Bacchus. Er ist soeben den Fängen der Circe entkommen und meint beim Anblick Ariadnes, erneut in die Gewalt der Zauberin geraten zu sein. Ariadne ihrerseits hält ihn für den Todesboten Hermes und bittet ihn, sie mit sich zu nehmen. Im gegenseitigen allmählichen Erkennen vollzieht sich in Ariadne und Bacchus eine Verwandlung; er wird sich seiner Göttlichkeit, sie sich ihrer Liebesbereitschaft bewusst – wie der Komponist es vorausgeahnt und Zerbinetta es prophezeit hat.© Bayerische Staatsoper Premiere am 24. Juli 2008 im PrinzregententheaterVOM GEHEIMNIS DER VERWANDLUNGEr lebt in London, kommt aus Toronto und inszeniert in aller Welt: Robert Carsen, Regisseur der neuen „Ariadne auf Naxos", im GesprächLiest man ein paar Dutzend willkürlich ausgewählter Kritiken diverser Carsen-Inszenierungen, kehren zwei Redewendungen immer wieder: „kaum zu übertreffende Genauigkeit" und „grandiose Bilder" heißt es in Salzburg, Paris, Venedig und New York seit vielen Jahren. Robert Carsen – der Mann mit dem magischen Auge.Ausgebildeter Schauspieler ist er, und vielleicht hat die Präzision, Akkuratesse und Sorgfalt in seiner Personenführung ja damit zu tun: Der gebürtige Kanadier besucht zunächst die Schauspiel-Abteilung der heimischen York University in Toronto und wechselt dann nach England an die renommierte Bristol Old Vic Theatre School. Dort geht er auf jede Probe, selbst wenn er für ein Stück gar nicht besetzt ist. Das fällt einem Lehrer auf, der ihn eines Tages beiseite nimmt und sagt: „Du machst die Leute zwar verrückt mit deinen Ideen – aber hast du gesehen, dass sie hinterher immer das machen, was du ihnen vorgeschlagen hast? Hast du eigentlich jemals darüber nachgedacht, Regie zu führen?"Das ist der Anfang. Was folgt, ist ein Job als Regieassistent in Glyndebourne, fünf Jahre lang, und schließlich sein Durchbruch 1986 mit Mozarts „La Finta Giardiniera" beim Londoner Camden Festival. Hugues Gall, damals in Genf, danach in Paris, sitzt im Publikum, ist begeistert – und macht Carsen zu einer Art Hausregisseur am Grand Théâtre de Genève. Im Laufe der folgenden Jahre wird er in aller Welt engagiert. 1991 gibt er sein Münchner Debüt: Er inszeniert Donizettis „Lucia di Lammermoor" mit Edita Gruberova. Mittlerweile ist er vielfach preisgekrönt, wurde u.a. dreimal mit dem „Premio Abbiati" und zweimal dem französischen „Prix de la Critique" ausgezeichnet – und die französische Regierung hat ihn zum „Chevalier des Arts et des Lettres" ernannt. Längst ist der Kanadier in Europa angekommen.Mit Richard Strauss setzt er sich schon lange und intensiv auseinander: 1999 inszenierte er „Die Frau ohne Schatten" an der Wiener Staatsoper, 2004 den „Rosenkavalier" in Salzburg, im gleichen Jahr „Capriccio" in Paris, 2005 „Elektra" in Tokio, und zweimal „Salome" – zuletzt in diesem Frühjahr in Turin. Seine Faszination für „Ariadne auf Naxos" reicht sogar noch weiter zurück – sowohl für die zweite, üblicherweise gespielte Fassung von 1916 als auch für die unbekanntere erste aus dem Jahre 1912: „Es gab mal Pläne, die erste Fassung in amerikanischen Spoleto zu machen", erzählt der 48-Jährige. „Ich hatte sogar eine englische Übersetzung des Librettos von William Somerset Maugham gefunden – doch leider kam es nie dazu. Und die zweite Fassung, die ich auch jetzt in München mache, habe ich in den Neunzigern schon einmal in Santa Fe inszeniert."Womit auch ganz nebenbei alle Zweifel an seiner sprachlichen Kompetenz für dieses komplexe Werk ausgeräumt sind: Robert Carsen versteht und spricht Deutsch – und er hat tatsächlich das „Ariadne"-Libretto Hugo von Hofmannsthals Wort für Wort im Kopf und zitiert es im Gespräch als Beleg für seine Äußerungen immer wieder. Was man daraus für einen Schluss ziehen kann? Dass er seine Inspiration für eine Interpretation ausschließlich aus dem zieht, was Komponist und Librettist schriftlich niedergelegt haben.Auch seinen Salzburger „Rosenkavalier" vor vier Jahren hat er nach diesem Grundsatz auf die Bühne gebracht: Eine „Komödie für Musik" – die für ihn allerdings ganz im Zeichen von Uniformen und Waffen stand. So beispielsweise dominierte den Saal im Palais des Herrn von Faninal ein riesiges Schlachtenbild. Warum? „Der Bühnenbildner Peter Pabst und ich haben im Libretto zwei bemerkenswerte Hinweise entdeckt", erzählt er. „Erstens ist es, dramaturgisch gesehen, völlig unerheblich, ob die Marschallin wirklich eine Marschallin ist, also die Frau eines Feldmarschalls – der noch dazu im ganzen Werk nicht auftaucht.Zweitens ist es komplett unnötig zu erwähnen, dass Sophies Vater Waffenhändler ist – er könnte auch Hotelbesitzer sein. Oder etwas anderes. Oder gar nichts. Das sind zwei interessante Verweise auf Militärisches und kriegerische Auseinandersetzungen, die für die eigentliche Opernhandlung nicht nötig gewesen wären. Für mich spiegelt beides den Zeitgeist der Jahre um 1911. Dass sich diese beiden Aussagen im Libretto finden, war für uns der Schlüssel dafür, das Geschehen aus dem Jahre 1740 in seine Entstehungszeit kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu verlegen."Hat er vergleichbare Zeitbezüge auch in der „Ariadne" gefunden? Schließlich ist sie unmittelbar im Anschluss an den „Rosenkavalier" entstanden. Er wehrt entschieden ab: „Nein, darin gibt es nichts Politisches oder Militärisches." Wird er also mythologische Bilder auf die Bühne bringen? Nein. Was stattdessen? „Lassen Sie es mich so sagen: Der Geist und die Atmosphäre des griechischen Theaters werden innerhalb der Opernhandlung auf der Bühne präsent sein, ohne dass die Sänger zitathaft griechische Gewänder tragen. Peter Pabst, der Kostümbildner Falk Bauer und ich arbeiten da eher assoziativ."Für Carsen liegen in der „Ariadne", diesem zweiteiligen Werk aus Vorspiel und Oper, viele Themen gleichberechtigt nebeneinander: einfache, komplexe, alltägliche, literarische. Zum einen gehe es um die Vielschichtigkeit, die Komplexität menschlicher Beziehungen. „Zudem findet sich das Komische und das Tragische im Shakespeare'schen Sinne kombiniert", sagt er. Abgesehen davon sei es ein Kunstwerk, das seine eigene Kunstform thematisiert – und gleichzeitig ein Stück über Theater auf dem Theater. Carsen: „Wir schauen hinter die Bühne und sehen, was dort passiert. Wir sehen, wie die Charaktere wirklich sind, wie es Backstage wirklich aussieht. Thema ist, wie viel Business doch letztlich hinter der Magie einer Aufführung steckt. ‚Ariadne auf Naxos' zeigt, in was für einer Luftblase wir Künstler eigentlich leben, wie klaustrophobisch unsere Welt doch ist."„Ariadne auf Naxos" ist für ihn auch Künstleroper. Die Figur des Komponisten jedenfalls hat ihn gepackt, das merkt man deutlich: „Am Ende des Vorspiels erwartet er ein totales Desaster. Wir alle tun das. Und was passiert? Erst ist das Werk des Komponisten zerstört, dann neu zusammengesetzt worden. Vor Beginn des zweiten Teils, des Theaters auf dem Theater, fragt man sich doch: Wie soll das gehen?" Das Erstaunliche: das neu entstehende Werk funktioniert. Den zweiten Teil, so Carsen, „sehen wir durch die Augen des Komponisten – auch wenn er nicht da ist. Wir sehen: Das, was der reichste Mann von Wien gewollt hat, nämlich die heroische Oper ‚Ariadne auf Naxos' und das lustige Intermezzo gleichzeitig zu spielen, war zwar ein äußerst merkwürdiges Experiment – aber irgendwie ist es gelungen." Schlussendlich habe sein nicht wirklich begreifbarer, fast schon sadistischer Befehl etwas Außergewöhnliches hervorgebracht.Und zu guter letzt ist „Ariadne auf Naxos" für ihn auch eine Oper über das Wunder der Verwandlung. Die für ihn auf vielen Ebenen geschieht: „Ariadne und Bacchus wandeln sich, auch Zerbinetta und der Komponist machen eine Entwicklung durch – sie wandeln sich, wachsen aneinander. Anfangs verweigert sich der Komponist komplett. Dann merkt er: Er hat keine Wahl. Also passt er sich den Dingen an, geht durch sie hindurch. Und am Ende hat er sich als Künstler gewandelt, verwandelt."Dann spricht er über Zerbinetta und mit ihr über das Moment der Improvisation: „Zerbinetta ist eine Meisterin im Improvisieren. Sie fühlt sich im Spiel zuhause. Auch wir versuchen in der Inszenierung, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Wir versuchen zu erreichen, dass das Publikum offen, gespannt und neugierig sein soll – und zwar wirklich den gesamten Abend lang."Einen Zeitbezug in „Ariadne auf Naxos" sieht Carsen übrigens nicht im Vorspiel, sondern im zweiten Teil des Abends, der Opernhandlung: „Für mich ist das Libretto der Oper eindeutig inspiriert von Sigmund Freud", sagt er. Hofmannsthal zeichne „psychoanalytische Landschaften": Aufgrund ihrer eigenen Aktion ist Ariadne von ihrem Vater getrennt: Sie hatte ihrem Geliebten Theseus geholfen, den Minotauros zu töten und sich damit gegen ihren Vater gestellt. „Schon das ist ein Trauma." Dann habe Theseus sie verlassen, so dass sie völlig auf sich allein gestellt und komplett eingeschlossen sei in ihrem Problem. „Was man daran merkt, dass sie von sich selbst in der dritten Person spricht", sagt Carsen. „Das ist schizophren." Wird sie am Ende ihr Trauma überwinden? „Für uns geht sie ins Leben. Aber sie selbst denkt, sie geht in den Tod." Für ihn, sagt er dann noch, ende die Oper nicht mit einem Ausrufezeichen. Für ihn ende sie mit drei Pünktchen...Das Gespräch führte Antonia Pauli.© Bayerische Staatsoper

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